Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Israel und Hamas einigen sich auf neue Waffenruhe
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Israel und Hamas einigen sich auf neue Waffenruhe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:13 10.08.2014
Eine erste Feuerpause hatte in der vergangenen Woche von Dienstag bis Freitag gegolten. Foto: Abir Sultan/Archiv
Anzeige
Gaza/Tel Aviv

Dies bestätigten israelische Regierungsvertreter und die Hamas-eigene Nachrichtenagentur Al-Araj. Damit ist der Weg zur Wiederaufnahme von indirekten Gespräche zwischen Israelis und Palästinensern in der ägyptischen Hauptstadt Kairo frei. In den Verhandlungen geht es um eine dauerhafte Waffenruhe nach mehr als einem Monat Krieg.

Die Verhandlungen waren vergangenen Freitag abgebrochen worden, nachdem die Hamas einer Verlängerung der damaligen Feuerpause nicht zugestimmt und erneut Raketen auf Israel abgeschossen hatte. Der jüdische Staat hatte die Gespräche in Kairo daraufhin abgebrochen und wieder Ziele im Gazastreifen bombardiert. Wie die Tageszeitung "Haaretz" am Sonntagabend meldete, werde Israel wieder eine Delegation nach Kairo schicken, wenn die neue Feuerpause hält.

Wenige Stunden zuvor hatte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sein Land auf einen langen Kampf gegen die palästinensische Milizen im Gazastreifen eingestimmt. Regierung und Streitkräfte würden sich weiter "für eine Veränderung der Realität und Ruhe für all seine Bürger einsetzen", erklärte der Regierungschef zum Auftakt einer Kabinettssitzung. "Das wird Zeit beanspruchen", fügte er hinzu.

Die Arabische Liga kündigte an, am Montag an ihrem Sitz in Kairo zu einer Sondersitzung wegen des Gaza-Konflikts zusammenzukommen. Daran soll auch der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat teilnehmen.

Israel griff nach Angaben von Militärsprechern am Wochenende 150 Ziele im Gazastreifen an. Zehn Palästinenser wurden nach Angaben der Rettungsdienste getötet, unter ihnen zwei Kinder. Militante Palästinenser schossen im gleichen Zeitraum rund 70 Raketen auf den Süden Israels ab. Die Intensität des Schlagabtausches blieb damit weit unter dem Gewaltpegel der letzten Wochen, als Kämpfer und Zivilisten in Gaza schwere Verluste hinnehmen mussten.

Seit Beginn des Gaza-Kriegs vor mehr als einem Monat sind nach Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums mehr als 1900 Palästinenser getötet und knapp 10 000 verletzt worden. Auf israelischer Seite starben 64 Soldaten und 3 Zivilisten; mehr als 500 Menschen wurden verletzt.

Die Außenminister Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens hatten am Wochenende an Israel und die Palästinenser appelliert, die Feindseligkeiten sofort einzustellen und Gespräche für eine dauerhafte Feuerpause aufzunehmen. "Wir rufen beide Seiten auf, unverzüglich zur Waffenruhe zurückzukehren", hieß es in der am Samstag veröffentlichten gemeinsamen Erklärung der Minister Frank-Walter Steinmeier, Laurent Fabius und Philipp Hammond.

Auch US-Präsident Barack Obama und der britische Premierminister David Cameron verlangten bei einem Telefonat ein Ende der Feindseligkeiten und eine dauerhafte Waffenruhe.

Die Zusammenarbeit der Bundeswehr mit der israelischen Armee wird nach Informationen der "Welt am Sonntag" ausgeweitet. Wie der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Bruno Kastorf, dem Verteidigungsausschuss des Bundestags mitteilte, sollen bis zu 250 deutsche Soldaten nach Israel geschickt werden, um dort im Häuser- und Tunnelkampf ausgebildet zu werden, berichtete die Zeitung. Die Bundeswehr wolle sich mit der Ausbildung für asymmetrische Bedrohungsszenarien wie dem Kampf gegen Terroristen in Auslandseinsätzen wappnen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) hat das Krisenmanagement seiner Staatskanzleichefin Christine Haderthauer in der "Modellbau-Affäre" erneut kritisiert und von ihr eine rasche Aufklärung der Vorwürfe gefordert.

10.08.2014

Trotz einer von Separatisten angebotenen Waffenruhe hat die ukrainische Armee ihren Belagerungsring um Donezk erneut enger gezogen. Mit massivem Artilleriefeuer versuchte das Militär, eine strategisch wichtige Versorgungsroute der Aufständischen zum russischen Grenzgebiet abzuschneiden.

10.08.2014

Das Saarland hat wegen der wachsenden Zahl aus Frankreich einreisender Flüchtlinge die Bundesregierung eingeschaltet. Saar-Regierungschefin Annegret Kramp-Karrenbauer bat laut "Spiegel" Kanzlerin Angela Merkel (beide CDU), sich an Paris zu wenden.

10.08.2014
Anzeige