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Palästinenser haben ein Camp errichtet, um gegen den Bau einer jüdischen Siedlung zu protestieren.

Palästinenser haben ein Camp errichtet, um gegen den Bau einer jüdischen Siedlung zu protestieren. © Jim Hollander

Konflikte

Israel räumt Protestcamp gegen geplante Siedlung

Israelische Sicherheitskräfte haben in der Nacht zum Sonntag ein palästinensisches Protestcamp im Westjordanland geräumt. Mehr als 100 Palästinenser und ausländische Aktivisten seien von dem sogenannten E1-Gelände zwischen Jerusalem und der Siedlung Maale Adumim weggebracht worden.

Tel Aviv. Das bestätigte Polizeisprecher Mickey Rosenfeld. Der Sprecher dementierte palästinensische Berichte, denen zufolge dabei mehrere Aktivisten verletzt wurden.

Die Palästinenser hatten am Freitag etwa 20 Zelte errichtet, um gegen den von Israel angekündigten Siedlungsbau auf dem Gebiet E1 zu protestieren. Sie nannten den Ort des Protests Bab al-Schams (Tor zur Sonne) und erklärten, dort solle ein neues palästinensisches Dorf entstehen.

Israel hatte das Gebiet vor der Räumungsaktion, an der gut 500 Polizisten und Grenzpolizisten beteiligt waren, zum militärischen Sperrgebiet erklärt. Der Einsatz selbst sei friedlich verlaufen, betonte Polizeisprecher Rosenfeld am Sonntag. Die Aktivisten hätten nur passiven Widerstand geleistet und seien in Busse getragen worden. Unter ihnen war auch der bekannte palästinensische Politiker Mustafa Barguti, der allerdings von Polizeigewalt berichtete. Die Fatah-Organisation von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas verurteilte die Räumung als "hässliches Verbrechen" Israels.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begrüßte den Einsatz hingegen während der wöchentlichen Kabinettssitzung am Sonntag. "Wir werden es niemandem erlauben, die territoriale Verbindung zwischen Jerusalem und Maale Adumim zu unterbrechen", betonte der Regierungschef.

Die israelische Regierung hatte im November nach der Anerkennung Palästinas als UN-Beobachterstaat Pläne zum Siedlungsbau auch in E1 angekündigt und war dafür auch von befreundeten Staaten scharf kritisiert worden. Die Palästinenser befürchten, die Bebauung des Gebiets könnte eine Zwei-Staaten-Lösung in Nahost deutlich erschweren, da sie das Westjordanland faktisch in Norden und Süden aufteilen und einen Ausbau Ost-Jerusalems als künftige Hauptstadt der Palästinenser unmöglich machen würde.

dpa


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