Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Israel hofft auf Gnade für Ex-Spion Pollard in den USA
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Israel hofft auf Gnade für Ex-Spion Pollard in den USA
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:23 26.07.2015
Unterstützung für den Ex-Spion Jonathan Pollard: Das US-Justizministerium erwägt, den Israeli nach 30 Jahren Haft freizulassen. Foto: Abir Sultan
Anzeige
Washington/Jerusalem

Pollard habe sich während der Haft nichts zuschulden kommen lassen und stelle keine Gefahr dar.

Das US-Justizministerium erwägt laut Medienberichten, Pollard am 21. November nach exakt 30 Jahren Haft zu begnadigen und freizulassen - so wie es das Gesetz zulässt. Der bald 61-Jährige hatte als ziviler Analyst bei der US-Marine gearbeitet. Im November 1985 wurde er vor der israelischen Botschaft festgenommen, weil er streng geheime Dokumente an Israel weitergereicht hatte. Er bekannte sich schuldig und wurde 1987 zu lebenslanger Haft verurteilt. Pollard ist seit 1996 israelischer Staatsbürger.

Die Freilassung käme zu einem Zeitpunkt erhöhter Belastungen im Verhältnis zwischen beiden Staaten. Israel ist der schärfste Kritiker der kürzlich von den fünf UN-Vetomächten plus Deutschland ausgehandelten Atomvereinbarung mit dem Iran: Es sieht seine Sicherheit dadurch noch stärker gefährdet als bisher.

Das Weiße Haus betonte jedoch, Pollards Zukunft habe nichts mit dem Iran-Deal zu tun. Über seinen Status werde "entsprechend der Standard-Prozeduren" des zuständigen US-Begnadigungsausschusses entschieden, zitierte die "Washington Post" am Samstag Alistair Baskey, eine Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrates.

Der "Washington Post" zufolge erklärte das Justizministerium, das damalige Urteil beinhalte eine Regelung, nach der Pollard zur Freilassung nach 30 Jahren berechtigt sei. Um ihm das zu verwehren, müsste die Regierung nachweisen, dass er im Gefängnis gegen Vorschriften verstoßen habe oder die Wahrscheinlichkeit bestehe, dass er erneut kriminell handeln werde.

Der Zeitung zufolge signalisierte das Ministerium jedoch, die US-Regierung werde eine Freilassung nicht blockieren. "Das Justizministerium hat stets die Auffassung vertreten und vertritt sie weiter, dass Jonathan Pollard seine Strafe für sein ernstes Verbrechen voll verbüßen sollte, was in seinem Fall eine vorgeschriebene Haftstrafe von 30 Jahren ist", zitierte die "Washington Post" Ministeriumssprecher Marc Raimondi.

Pollards Ex-Frau Anne appellierte am Sonntag an die israelische Regierung, Pollard einen Topanwalt zur Seite zu stellen. "Ich will ihn endlich draußen sehen. Ich halte es nicht mehr aus, dass er sein ganzes Leben im Gefängnis gesessen und vergeudet hat", sagte sie dem Fernsehsender Channel 2. Sie sei sich 100 Prozent sicher, dass Pollard den Rest seines Lebens in Israel verbringen wolle und der Anwalt solle ihm dabei helfen.

Im Hintergrund steht nach Einschätzung der Tageszeitung "Jediot Achronot" die Befürchtung, dass Pollard zwar freigelassen werden könnte, aber als Auflage die USA nicht verlassen dürfe, um einen "Heldenempfang" in Israel zu verhindern.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Angesichts des eskalierten Streits zwischen der mutmaßlichen NSU-Terroristin Beate Zschäpe und ihren drei alten Pflichtverteidigern warnt ein Nebenklage-Vertreter vor einem Platzen des Prozesses.

26.07.2015

London (dpa) - Die Briten sollen einem Bericht zufolge schon im Juni 2016 über ihren Verbleib in der EU abstimmen. Der "Independent on Sunday" berichtete, Premierminister David Cameron werde diesen Termin auf dem Parteitag seiner Konservativen im Oktober nennen.

26.07.2015

Die internen Streitigkeiten und die Gründung der konkurrierenden Alfa-Partei schaden der Alternative für Deutschland (AfD) in der Wählergunst. Im aktuellen Sonntagstrend, der wöchentlich vom Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag der "Bild am Sonntag" erhoben wird, verlor die AfD einen Prozentpunkt und kommt nun auf nur noch drei Prozent der Wählerstimmen.

26.07.2015
Anzeige