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Messer-Attacken, gegenseitiger Beschuss und Zusammenstöße: Die Gewalt in Nahost reißt nicht ab. Immer mehr Menschen sterben.

Messer-Attacken, gegenseitiger Beschuss und Zusammenstöße: Die Gewalt in Nahost reißt nicht ab. Immer mehr Menschen sterben. © Mohammed Saber

Konflikte

Israel bombardiert im Gazastreifen

Es ist wieder einmal brandgefährlich in der Krisenregion Nahost. Israel reagiert auf Raketenbeschuss aus Gaza mit Luftschlägen. In der palästinensischen Jugend brodelt es - die Teenager träumen von einer neuen "Intifada" (Aufstand).

Jerusalem/Gaza. Die angespannte Lage in Nahost ist am Wochenende weiter eskaliert. Israelische Kampfflugzeuge bombardierten nach Armeeangaben in der Nacht ein Ausbildungslager militanter Palästinenser im Gazastreifen.

Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Gaza Sonntagfrüh mitteilte, starben dabei eine schwangere 30-Jährige und deren vierjährige Tochter.  

Nach israelischer Darstellung war der Militärschlag eine Reaktion auf Raketenbeschuss aus dem palästinensischen Küstengebiet. Drei Raketen waren zuvor aus dem Gazastreifen in Richtung Israel abgefeuert worden. Wer das tat, war zunächst unklar. Zwei Raketen gingen auf offenem Gelände in Israel nieder. Schäden oder Verletzte gab es nicht.

Am Sonntag hielten Demonstrationen junger Palästinenser am Grenzzaun zwischen Gaza und Israel den dritten Tag in Folge an. An den beiden vorangegangenen Tagen hatte die Menge immer wieder versucht, die Grenzbefestigung zu stürmen. Das israelische Militär drängte sie zum Teil mit Schüssen zurück. Neun Palästinenser wurden getötet, 90 weitere wurden verletzt. Der jüngste Tote war ein 13-Jähriger.

Auch die Serie von Messerangriffen und Attentatsversuchen palästinensischer Einzelpersonen gegen Israelis ging am Wochenende weiter. Bei einer Polizeikontrolle nahe Jerusalem zündete eine Palästinenserin nach Angaben der israelischen Polizei in ihrem Fahrzeug einen Sprengsatz. Die Frau erlitt dabei schwere, ein Polizist leichte Verletzungen. Militärquellen sprachen gegenüber der Tageszeitung "Maariv" von einem "kleinen und unprofesionell gemachten Sprengsatz" und einer "nicht ausgebildeten Terroristin".

Bei zwei separaten Messerattacken wurden am Samstag in Jerusalem fünf Israelis verletzt und die beiden Angreifer erschossen. Beide Anschläge erfolgten beim Damaskus-Tor am Eingang zur Altstadt. Zunächst hatte ein 16-jähriger Palästinenser zwei ältere Männer niedergestochen, die als gläubige Juden erkennbar waren. Wenige Stunden später verletzte ein weiterer Palästinenser zwei israelische Polizisten mit Messerstichen. Ein dritter Beamter wurde durch fehlgeleitete Schüsse seiner Kollegen leicht verletzt. 

In den letzten anderthalb Wochen waren bei Schuss- und Messerattacken in Israel und den besetzten Gebieten vier Israelis getötet und zahlreiche weitere verletzt worden. Die palästinensischen Angreifer wurden in fast allen Fällen getötet oder festgenommen.

Die neue Gewalt entzündete sich an Streitigkeiten um den Zugang zum Tempelberg-Plateau in der Altstadt von Jerusalem. Die Al-Aksa-Moschee und der Felsendom, die sich dort befinden, sind wichtige Heiligtümer der Muslime. Insgesamt starben nach Angaben der "Jerusalem Post" während der vergangenen elf Tage außer den vier Israelis 24 Palästinenser.

dpa


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