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Deutschland/Welt Irans Führer verbietet Inspektionen von Militäranlagen
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13:48 20.05.2015
Ajatollah Ali Chamenei, hier 2009, hat zum Thema Inspektion militärischer Anlagen eine klare Meinung: «Dafür wird keine Erlaubnis erteilt». Quelle: Khamenei Official Website
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Teheran

Auch werde es der IAEA nicht erlaubt, Interviews mit iranischen Atomwissenschaftlern zu führen, so Chamenei, der nach der Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen hat.

In den Atomverhandlungen mit den fünf UN-Vetomächten sowie Deutschland (5+1) hatte der Iran akzeptiert, auch das IAEA- Zusatzprotokoll wiederaufzunehmen. Das würde der UN-Behörde in Wien unter anderem ermöglichen, auch Militäranlagen zu besichtigen, wo der Iran nach westlichen Geheimdienstberichten an Kernwaffen gearbeitet haben soll. Die IAEA fordert schon seit Jahren besonders die Inspektion des Stützpunkts Parchin südöstlich von Teheran.

Das Atomteam von Präsident Hassan Ruhani soll dieser Forderung zugestimmt haben, aber nur für eine Besichtigung. Für den Ajatollah sowie die einflussreichen Revolutionsgarden sind solche Inspektionen weiterhin ein Tabuthema. Der Streitpunkt könnte daher erneut zu einer Verzögerung des Atomabkommens führen.

Der Iran erklärt sich daher auch bereit, die Verhandlungen über sein Atomprogramm über den 30. Juni hinaus zu verlängern. "Für uns ist der Inhalt des Abkommens wichtiger als die Einhaltung der Frist", sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham am Mittwoch.

Noch gebe es viele Lücken in dem Entwurf des Abkommens. Die iranischen Unterhändler versuchten dies in intensiven Verhandlungen bis Ende nächsten Monats zu schaffen. Falls es nicht gelinge, wäre eine Verlängerung der Gespräche nicht auszuschließen, sagte Afcham.

Der Iran und die Gruppe 5+1 werden am Mittwoch in Wien die Arbeit an dem Entwurf des Abkommens auf Ebene der Vizeaußenminister fortsetzen. Die 5+1 will dem Iran zwar ein ziviles Atomprogramm erlauben, aber jeden Weg zu Atomwaffen versperren. Teheran pocht im Gegenzug auf eine rasche Aufhebung insbesondere der für das Land lähmenden Wirtschaftssanktionen.

dpa

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