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Anti-Regierungsdemonstration irakischer Sunniten in der Stadt Samarra.

Anti-Regierungsdemonstration irakischer Sunniten in der Stadt Samarra. © epa/str/Archiv

Konflikte

Irakische Allianz gegen Regierungschef Al-Maliki

Die Kritik an Regierungschef Nuri al-Maliki schweißt im Irak Aktivisten aus verschiedenen politischen Lagern zusammen. Zwar marschieren bei den seit Weihnachten andauernden Demonstrationen gegen die Regierung immer noch vorwiegend sunnitische Araber.

Bagdad/Kerbela. Doch am Dienstag erklärten sich auch schiitische Geistliche aus der Stadt Nadschaf solidarisch mit den Protestierenden.

Ali al-Nadschafi, der Sohn des Religionsgelehrten Baschir al-Nadschafi, sagte dem irakischen Nachrichtenportal "Schafak", sein Vater unterstütze die Forderung der Demonstranten nach besseren staatlichen Dienstleistungen. Gleichzeitig habe er die Gegner des Ministerpräsidenten aber davor gewarnt, bei ihren Protestaktionen Parolen zu rufen, die den Frieden zwischen Sunniten und Schiiten gefährden oder das Regime von Ex-Diktator Saddam Hussein verherrlichen.

In der Stadt Kerbela demonstrierten mehrere Hundert Anhänger von Al-Maliki. Wie die Nachrichtenagentur Sumeria News berichtete, stand auf einem ihrer Transparente: "Wir werden der Türkei, Katar und Saudi-Arabien nicht erlauben, die Einheit des Irak zu zerstören."

Al-Maliki nahm sich selbst aus der Schusslinie, indem er mehreren Ministern seiner Regierung den Auftrag gab, die "legitime Forderungen der Demonstranten" anzuhören. In einer Erklärung seiner Regierung hieß es, die Demonstranten müssten nun ihrerseits ein Komitee bilden, das in ihrem Namen mit den Ministern sprechen solle. Bei einer Sitzung des Parlaments kam es zu hitzigen Wortgefechten zwischen Abgeordneten der von Säkularen und Sunniten gegründeten Al-Irakija-Liste und der schiitischen Rechtsstaat-Koalition von Al-Maliki.

Die Organisatoren der Proteste in der fast ausschließlich von Sunniten bewohnten Anbar-Provinz kündigten am Dienstag an, sie wollten Aktivisten und Politiker anderer Religionsgruppen zu einem Besuch einladen, damit sich diese mit den Anliegen der Demonstranten vertraut machen könnten.

In der nördlichen Stadt Mossul zündeten Extremisten eine Autobombe. Nach Angaben der Polizei starb eine Passantin. Vier Menschen wurden verletzt.

dpa


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