Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Irak: Ramadi fast vollständig unter IS-Kontrolle
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Irak: Ramadi fast vollständig unter IS-Kontrolle
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:42 15.05.2015
Einwohner von Ramadi auf der Flucht Richtung Bagdad.  Quelle: Ahmed Jalil/Archiv
Anzeige
Bagdad

IS-Kämpfer hätten einen Regierungskomplex eingenommen und beherrschten rund 90 Prozent Ramadis, hieß es aus Sicherheitskreisen. Das Gebäude des Provinzrates sowie die lokale Polizeizentrale seien gesprengt und zerstört worden.

Die Hauptstadt der von Sunniten bewohnten Provinz Al-Anbar rund 110 Kilometer westlich von Bagdad ist seit Monaten zwischen IS-Anhängern und Regierungskräften umkämpft. Mit dem Vormarsch beherrscht der IS nun die allergrößten Teile der Provinz. Sollte der IS Ramadi völlig unter Kontrolle bringen, wäre das eine "große Katastrophe" mit massiven Folgen für die Sicherheit des Iraks, sagte der Vorsitzende des Provinzrates, Sabach Karchut, der Deutschen Presse-Agentur.

Ramadi war schon nach dem Sturz von Langzeitherrscher Saddam Hussein im Jahr 2003 eine Hochburg des sunnitischen Widerstands gegen das US-Militär. Anfang 2014 konnte der IS die Stadt Falludscha östlich von Ramadi unter Kontrolle bringen. Das war der Ausgangspunkt für den Vormarsch der Extremisten im Irak. Dort kontrolliert die Terrormiliz im Norden und Westen rund ein Drittel des Landes.

Iraks Armee und schiitische Milizen hatten im vergangenen Monat eine Offensive gestartet, um die Extremisten aus der Provinz Al-Anbar zurückzudrängen. Trotz Unterstützung der internationalen Koalition aus der Luft konnten sie jedoch keinen entscheidenden Erfolg erzielen.

Am Freitag hieß es, der IS-Vormarsch sei möglich gewesen, nachdem sich die Armee nach heftigen Kämpfen plötzlich zurückgezogen habe. Zudem hätten die Extremisten rund 60 gefangene Zivilisten getötet, darunter Frauen und Kinder. Die Militärführung in Bagdad kündigte eine Gegenoffensive an, wie die Nachrichtenseite Shafaaq News meldete. Ein Vertreter der irakischen Armee sagte, US-Militärberater würden von einem Stützpunkt östlich von Ramadi ausgeflogen.

Es ist der zweite bedeutende Erfolg der IS-Terrormiliz innerhalb nur weniger Tage. Im benachbarten Syrien waren die Extremisten in dieser Woche nahe an die historische Oasenstadt Palmyra herangerückt.

Palmyra gehört zum Unesco-Weltkulturerbe. Die Ruinen aus den ersten Jahrhunderten nach Christus machen die Stadt zu einem der wichtigsten Komplexe antiker Bauten im Nahen Osten. Die Unesco warnte, eine Zerstörung Palmyras müsse verhindert werden. Unesco-Chefin Irina Bokowa erklärte, der "unersetzliche Schatz" habe bereits in den vergangenen Jahren unter Übergriffen und Plünderungen gelitten.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Sechs Wochen vor Ablauf der Frist zum Abschluss eines umfassenden Atomabkommens mit dem Iran gibt es nur kleine Fortschritte. "Wir haben immer noch Differenzen und brauchen mindestens noch zwei Wochen", sagte Irans Vizeaußenminister Abbas Araghchi laut iranischen Medien.

15.05.2015

Die Lage der Bootsflüchtlinge in Südostasien wird immer verzweifelter. Nach Informationen der Internationalen Organisation für Migration (IOM) warten dort derzeit rund 8000 Migranten auf Rettung.

15.05.2015

Der Anti-Rassismus-Ausschuss der Vereinten Nationen hat die Bundesregierung aufgefordert, energischer gegen Hassparolen und fremdenfeindliche Anschläge vorzugehen.

15.05.2015
Anzeige