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Liberale

Forsa-Chef sieht FDP im Aufwind

Mit Christian Lindner könnte die FDP wieder Boden gewinnen, meint der Meinungsforscher Manfred Güllner im NP-Interview.

Hannover.. Forsa-Chef Manfred Güllner denkt, dass Parteichef Christian Lindner das Potenzial hat, die FDP aus der Bedeutungslosigkeit zu holen.

Lebt die FDP tatsächlich wieder?

Die FDP hat ja eigentlich eine sichere Klientel. Das darf sie nur nicht vergessen, wie zwischen 2009 und 2013. Es war Irrsinn, als sie meinte, sie sei eine Volkspartei. Ihre Klientel ist der klassische Mittelstand, also die Handwerker, kleine Unternehmer, Freiberufler, leitende Angestellte. Davon gibt es genug, aber die fühlen sich von den großen Parteien nicht vertreten. Die hoffen auf eine FDP, die ihre Interessen vertritt.

Ist Christian Lindner der richtige Parteichef zur richtigen Zeit?

Sein Gesellenstück hatte er 2012 in Nordrhein-Westfalen gemacht, als er dort auf diese klassische Klientel gesetzt hatte. Er holte 8,5 Prozent, als die übrige FDP am Boden lag. Das war ein großartiger Erfolg. Jetzt muss man gucken, ob er sein Meisterstück schafft, die FDP wieder in den Bundestag bringt – und danach sieht es aus.

Aber es ist ja keine One-Man-Show ...

Die Frage ist, wie die Personaldecke insgesamt ausschaut. Ob es sonst Leute mit Substanz gibt außer Lindner und Wolfgang Kubicki in Schleswig-Holstein.

Welche Fehler darf Lindner nicht machen?

Er darf nicht nach neuen Wählerschichten forschen. Jürgen Möllemann schielte damals nach rechts, als die FDP bei zwölf Prozent lag. Er wollte für das Ziel 18 Prozent die restlichen sechs Prozent im rechtspopulistischen Milieu holen. Was Quatsch ist, da sich das liberale Milieu fundamental vom rechtspopulistischen bis rechtsradikalen unterscheidet, das die AfD bedient. Die FDP ist im weitesten Sinne liberal, auch kritisch gegenüber Großorganisationen wie Gewerkschaften und Kirchen. Lindner muss also einfach die klassischen Tugenden der Liberalen aufrecht erhalten.

Hamburgs SPD-Regierungschef Olaf Scholz macht der FDP Avancen. Ist ein sozialliberaler Relaunch denkbar?

Ja. Die FDP stand immer für Regierungswechsel. Bis 1998 wurde keine Regierung abgewählt, sondern jeder Machtwechsel kam durch den Koalitionswechsel der FDP zustande. Die FDP war immer eine Art Korrektiv, damit die Großen keinen Unfug treiben. Gäbe es eine Renaissance der SPD, könnte es spätestens in viereinhalb Jahren – dann mit einem Olaf Scholz – eine interessante Verbindung geben.

Von petra rückerl


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