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Indiens Armeechef droht dem verfeindeten Nachbarn Pakistan mit markigen Worten.

Indiens Armeechef droht dem verfeindeten Nachbarn Pakistan mit markigen Worten. © Jaipal Singh

Konflikte

Indien droht Pakistan in Kaschmir mit Vergeltung

Indien hat Pakistan mit Vergeltung gedroht, falls das Nachbarland in der geteilten Region Kaschmir erneut den Waffenstillstand verletzen sollte."Indien behält sich das Recht vor, zu einer Zeit und an einem Ort seiner Wahl zurückzuschlagen", sagte Armeechef Bikram Singh am Montag in Neu Delhi.

Neu Delhi/Islamabad. . "Wir werden nicht passiv bleiben, wenn wir angegriffen werden."

Die beiden Atommächte machten sich erneut gegenseitig für die Verletzungen des Waffenstillstands während der vergangenen Tage verantwortlich. Als Folge hatte jede Seite zwei tote Soldaten zu beklagen. Ein bilaterales Krisentreffen von Generälen an der Demarkationslinie in Kaschmir brachte keine Entspannung.

Singh sagte: "Ich erwarte von meinen Kommandeuren an der Kontrolllinie, angesichts von Provokation und Beschuss aggressiv und offensiv zu sein." Er warf Pakistan vor, einen schweren Angriff am Dienstag vergangener Woche geplant zu haben. "So eine Operation benötigt Zeit und Planung und bedarf detaillierter Aufklärung."

Bei dem Gefecht waren nach offiziellen indischen Angaben zwei Soldaten getötet worden. Die Leichen wurden demnach verstümmelt, einer fehlte der Kopf. Pakistan wirft Indien dagegen vor, bei unprovozierten Angriffen zwei pakistanische Soldaten getötet zu haben.

Beide Länder erneuerten die gegenseitigen Vorwürfe bei einem Krisentreffen zwischen Brigadegenerälen an der Demarkationslinie (LOC) am Montag. Der indische Armeesprecher Jagdeep Dahiya sagte danach, Indien habe die Rückgabe des Kopfes des enthaupteten Soldaten gefordert und den Nachbarn vor weiterer Eskalation gewarnt.

Die pakistanische Armee teilte nach dem Treffen mit, man habe Protest bei der indischen Armee gegen deren "andauernde Waffenstillstandsverletzungen" an der LOC eingelegt. Pakistan habe nicht unprovoziert geschossen, keine indischen Stellungen angegriffen oder keine indische Soldaten getötet.

Indien und Pakistan haben Ende 2003 in der geteilten Region Kaschmir einen Waffenstillstand vereinbart. Trotzdem kommt es an der LOC immer wieder zu Zwischenfällen, für die sich die Truppen beider Länder in der Regel gegenseitig verantwortlich machen. Die derzeitigen Verletzungen der Waffenruhe sind allerdings die bislang schwersten seit dem Abkommen vor gut neun Jahren.

Seit ihrer Unabhängigkeit von britischer Kolonialherrschaft im Jahr 1947 haben Indien und Pakistan zwei ihrer drei Kriege um das mehrheitlich muslimische Kaschmir-Gebiet geführt. Im indischen Teil Kaschmirs kämpfen muslimische Extremisten für die Unabhängigkeit der Region oder den Anschluss an Pakistan.

dpa


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