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Ein Palästinenser mit einer Steinschleuder. Die Gewalt in Nahost wird immer extremer. Jetzt reist US-Außenminister Kerry in die Region, um die Wogen zu glätten.

Ein Palästinenser mit einer Steinschleuder. Die Gewalt in Nahost wird immer extremer. Jetzt reist US-Außenminister Kerry in die Region, um die Wogen zu glätten. © Mohammed Saber/Archiv/Symbolbild

Konflikte

Immer neue Attacken in Nahost - Kerry will Wogen glätten

Die Gewalt in Nahost nimmt immer absurdere Züge an. Zwei palästinensische Mädchen stechen in Jerusalem mit Scheren auf einen alten Mann ein - ebenfalls Palästinenser. Eine wird erschossen. Der US-Außenminister kommt jetzt in die Region, um die Wogen zu glätten.

Jerusalem. Bei einer neuen Attacke in Jerusalem sind eine jugendliche Palästinenserin getötet und eine weitere verletzt worden. Die beiden Mädchen im Alter von 14 und 16 Jahren hätten auf der Jaffa-Straße mit Scheren auf einen 70-Jährigen eingestochen und ihn leicht verletzt.

Auch der verletzte alte Mann sei Palästinenser, offenbar hielten die Jugendlichen ihn für einen Juden. Ein Polizist habe auf die Palästinenserinnen geschossen, die auch andere Passanten attackiert hätten, wie Polizeisprecher Micky Rosenfeld mitteilte. Kurz darauf erstach ein Palästinenser einen israelischen Soldaten nördlich von Jerusalem. Der Angreifer wurde erschossen.

Angesichts der fortwährenden Gewaltwelle will US-Außenminister John Kerry sich vor Ort um eine Beruhigung der Lage bemühen. Nach Medienberichten trifft er am Dienstag mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und Israels Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu zusammen.

Kerry werde sich allerdings nicht für eine Wiederaufnahme der Friedensgespräche zwischen beiden Seiten einsetzen, hieß es aus dem US-Außenministerium. Die Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern waren im April vergangenen Jahres zusammengebrochen. Im Sommer tobte dann fast zwei Monate lang der Gaza-Krieg - im Juli 2014 war Kerry während des blutigen Schlagabtauschs zum letzten Mal in Israel.

Bei Kerrys Gesprächen mit Netanjahu wird es nach Medienberichten auch um die Lage in Syrien und das Atomabkommen mit dem Iran gehen. Netanjahu gilt als schärfster Kritiker der Vereinbarung.

Seit Anfang Oktober sind 18 Israelis bei einer neuen Welle palästinensischer Anschläge getötet worden. Auf palästinensischer Seite starben 96 Menschen, die meisten davon wurden bei ihren eigenen Anschlägen erschossen. Der Rest wurde bei Konfrontationen mit israelischen Sicherheitskräften getötet. Die neue Gewaltwelle begann nach einem Streit über Besuchs- und Gebetsrechte auf dem Tempelberg in Jerusalem.

dpa


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