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Die antike Stadt Palmyra im Jahr 2010.

Die antike Stadt Palmyra im Jahr 2010. © Youssef Badawi/Archiv

Konflikte

IS sprengt im syrischen Palmyra 2000 Jahre alte Grabtürme

Die Zerstörungswut der IS-Terrormiliz kennt keine Grenzen. Satellitenbilder zeigen das ganze Ausmaß der Verwüstung. Russlands Präsident Putin denkt über einen Einsatz gegen die Extremisten nach.

Palmyra/Wladiwostok. Die Terrormiliz Islamischer Staat hat in der syrischen Wüstenstadt Palmyra erneut einzigartige archäologische Stätten zerstört. Die Extremisten sprengten mehrere rund 2000 Jahre alte Grabtürme, wie Syriens oberster Archäologe Mamun Abdulkarim der Deutschen Presse-Agentur erklärte.

Drei der mehrstöckigen Gräber seien vor rund zehn Tagen zerstört worden. Russland schmiedet Pläne für eine internationale Koalition gegen den IS: Die Russen schlagen dem Westen eine internationale Koalition im Kampf gegen die IS-Terrormiliz in Syrien vor - auch als Möglichkeit, Ruhe in Nahost zu schaffen und so die Flüchtlingsströme in Europa einzudämmen.

Kremlchef Wladimir Putin sagte, dass er darüber auch mit US-Präsident Barack Obama sowie den Führungen in der Türkei, Saudi-Arabien, Jordanien und Ägypten gesprochen habe. Putin will auch die syrische Armee an dem Bündnis gegen den IS beteiligen. Dies stößt vor allem bei der vom Westen unterstützten Opposition des Bürgerkriegslandes auf scharfe Kritik.

Der syrische Machthaber Baschar al-Assad ist nach Worten Putins zu Neuwahlen und zur Beteiligung der gemäßigten Opposition an der Regierung bereit. "Es gibt insgesamt ein Verständnis dafür, dass die Vereinigung der Anstrengungen im Kampf gegen den Terrorismus parallel mit einem gewissen politischen Prozess in Syrien einhergehen sollte", sagte Putin nach Kremlangaben. Russland ist enger Verbündeter des syrischen Regimes.

Die bisher gut erhaltenen Ruinen Palmyras gehören zum Unesco-Weltkulturerbe. Das ganze Ausmaß der IS-Zerstörungswut zeigen Satellitenbilder, die von der American Schools of Oriental Research (Asor) aus Boston veröffentlicht wurden. Sie belegen, dass die Extremisten seit Ende Juni sieben Grabtürme gesprengt haben. Die jüngsten Aufnahmen stammen von Mittwoch. Zerstört wurde mit dem Elahbel-Turm unter anderem der größte der mehrstöckigen Grabbauten.

Auf den Bildern sind auch die gesprengten Tempel Baal und Baal Schamin zu sehen, Überreste aus römischer Zeit. Wie von den Grabtürmen sind auch von ihnen nur Schutt und Asche übrig geblieben. Der Baal-Tempel gehörte zu den bedeutendsten historischen Bauwerken in der arabischen Welt. In der radikalen Islam-Lesart des IS sind die Kultstätten jedoch Zeugnisse der "Vielgötterei" und des "Unglaubens".

Der IS hatte Palmyra im Mai nach heftigen Kämpfen von Anhängern des Regimes eingenommen. Seitdem haben die Extremisten bereits zahlreiche Überreste aus früheren Zeiten vernichtet. So zertrümmerten sie eine rund 2000 Jahre alte Löwen-Statue und sprengten islamische Heiligengräber. Die Extremisten enthaupteten auch den früheren Chef-Archäologen von Palmyra, Khaled Asaad.

dpa


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