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Deutschland/Welt Hoppenstedts Einfluss wächst
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18:49 08.10.2018
Zeitlich nicht mehr so flexibel: Als Staatsminister der Bundeskanzlerin hat Hendrik Hoppenstedt neue Aufgaben. Quelle: Foto:Franson
Berlin

Hendrik Hoppenstedt (CDU) sitzt auf seinem Sofa in seinem Büro im Bundeskanzleramt. Er schenkt Kaffee in die weißen Porzellantassen, die mit dem Bundesadler bedruckt sind. Über der Sitzecke hängt ein Gemälde von Otto von Bismarck – von dem werde er sich aber bald trennen. Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) möchte es gerne haben.

Mehr Einfluss als Staatsminister

Für den CDU-Mann hat sich im vergangenen Jahr eine Menge verändert: Das Büro ist größer geworden und sein Einfluss gewachsen. Statt einfacher Abgeordneter ist Hoppenstedt jetzt Staatsminister – er sitzt nicht mehr in Ausschüssen, sondern arbeitet der Bundesregierung zu und ist ein Teil von ihr. „Meine Rolle hat sich sehr verändert“, sagt der Christdemokrat, während er einen Schluck aus seiner Kaffeetasse nimmt. „Früher war ich nur in den Sitzungswochen in Berlin.“ Inzwischen verbringt er unter der Woche jeden Tag in der Hauptstadt – nicht selten reist er schon an Sonntagen an. „Das führt natürlich dazu, dass ich die verbleibende Zeit im Wahlkreis noch besser und effektiver planen muss.“ Deswegen lege er noch eine Schippe drauf, investiere die Zeit am Wochenende in den Wahlkreis und fahre auch mal unter der Woche für einen Abend nach Hannover. „Aber ich musste im Wahlkreis auch schon ehrlich um Entschuldigung bitten, ich bin einfach nicht mehr so flexibel wie früher“, gibt er zu. Man habe weniger Zeit – auch für die Familie.

Hendrik Hoppenstedt

*14. Juni 1972 in Großburgwedel. Nach dem Abitur am Gymnasium Großburgwedel leistete Hoppenstedt seinen einjährigen Wehrdienst und ließ sich zum Reserveoffizier ausbilden. Bis 1999 studierte er im Anschluss Rechtswissenschaften an der Universität Passau, Lausanne und Würzburg. Am 31. Oktober 2004 wurde er zum hauptamtlichen Bürgermeister der Stadt Burgwedel. Danach folgte 2013 die Kandidatur als Bundestagsabgeordneter für die CDU. Seit der Bildung des Kabinetts Merkel IV ist er Staatsminister der Bundeskanzlerin.

Hoppenstedt ist Vater zweier kleiner Töchter. Wann immer er zuhause ist, bringt er die Jüngere in die Kita und löst mit der Älteren die Mathe-Hausaufgaben. Das erdet ihn: „Es gibt da keinen Unterschied zu anderen Eltern.“ Dem CDU-Mann ist es wichtig, nicht als „andere Sorte Mensch“ verstanden zu werden. Auch wenn er in Berlin bisweilen zu spüren bekomme, dass man ihm mehr Aufmerksamkeit als sonst schenke. „Aber mir ist klar, dass ich eines Tages kein Abgeordneter und auch kein Staatsminister mehr sein werde und diese Bedeutung dann ganz natürlich abnimmt.“

Will Themen im Wahlkreis genau diskutieren

Viel wichtiger ist es ihm deswegen, sich auf den Moment zu fokussieren und die Probleme, die seinen Wahlkreis betreffen, auch entsprechend zu kommunizieren. „Da geht es um wahlkreisspezifische Themen, bei denen der Bund verantwortlich ist“, erklärt er. „Wir haben immerhin zwei große Bundeswehrstützpunkte, und wenn ich an den Bundesverkehrswegeplan denke, spielt zum Beispiel die Nordumgehung Wunstorf eine wichtige Rolle.“ Allerdings geht es nicht nur um die Themen, die ausschließlich für den Wahlkreis relevant sind. Sondern auch um das, was in Berlin debattiert wird und für ganz Deutschland von Bedeutung ist. „Themen wie Rente, Pflege oder Flüchtlinge will ich mit den Betroffenen aus meinem Wahlkreis diskutieren. Mir ist nämlich wichtig, was die Menschen von den Gesetzentwürfen halten, die sie direkt betreffen. Ob sie das Gefühl haben, dass die Berliner Diskussion hilfreich ist oder an der Realität vorbeiläuft.“

Lässt Rechtsrhetorik keine Chance

Nur so könne man auch gegen den Rechtsruck in der Gesellschaft ankommen. Indem man zuhöre und die Probleme aufnehme und echte Lösungsvorschläge biete. „Die Menschen moralisch in eine Ecke zu stellen, wird nicht helfen“, ist er überzeugt. Vielmehr müsse man bei den Themen, die die Menschen bewegen, gute Sacharbeit leisten. In Zeiten nach Chemnitz sei es allerdings an der Zeit, klare Kante zu zeigen. „Mich macht langsam sprachlos, dass die Rechtsrhetorik selbst in gutbürgerlichen Kreisen eingezogen ist.“ Eine Sache, die er so nicht dulden will.

Von Mandy Sarti

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