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Deutschland/Welt Heidenau: Video von rechten Steineschmeißern online
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Heidenau: Video von rechten Steineschmeißern online
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20:45 24.08.2015
Foto: Youtube
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Heidenau

Die Straße, die in seinem Film zu sehen ist, liegt unweit des ehemaligen Praktikermarktes in Heidenau. 600 Flüchtlinge sollen dort unterkommen, sich von den Strapazen ihrer Flucht erholen, durchatmen. Doch schon als die ersten Bewohner mit einem Bus in Richtung Baumarkt gefahren werden, eskalieren Demonstranten: Sie greifen die Polizei an (NP berichtete), verletzten 31 Beamte und schmeißen mit Flaschen um sich.

An zwei aufeinander folgenden Nächten attackieren rechte Demonstranten die Flüchtlingsunterkunft und Polizeibeamte. Am 22. August und am 23. August. Ein mutmaßlicher Sympathisant der rechten Krawallmacher filmte die Angriffe der zweiten Nacht und lud seine Aufnahmen scheinbar unbedarft auf das Videoportal Youtube hoch.

Es sind gewalttätige Szenen, Männer brechen große Steinbrocken , die sie am Straßenrand finden, entzwei und schmeißen sie in Richtung uniformierter Polizisten. "Wir sind das Volk"-Rufe sind zu hören. Als die Polizei in Formation vorrückt, ziehen sich die rechten Angreifer zurück; schreien "Lauft, die Bullen!" Auf ihrem Weg reißen sie weitere Absperrungen zu Boden. Sie laufen an der Kamera vorbei, sind zum Teil unmaskiert zusehen. Der Kameramann sagt stolz: "Ich hab Alles gefilmt."

Seine Bilder könnten seinen ausländerfeindlichen Kameraden jetzt jedoch übel aufstoßen. Auch die Polizei kennt Youtube, die Videobilder helfen eindeutig bei der Identifizierung einiger Steine-, Böller- und Flaschenwerfer. "Da war wohl die intellektuelle Spitze der Rechten am Werk", spottet Henning Homann, Vize-Fraktionschef der SPD im sächsischen Landtag, im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung. Sein Team habe das Video am Sonntag in verschiedenen Internetforen entdeckt.

Die Fraktion speicherte das Video, Homann leitete es nach eigenen Angaben an die Polizei weiter. Die Ermittlungen laufen.

Das gesamte Video sehen sie  hier.

von Tobias Welz

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