Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Heftige Kämpfe im Kongo - Vereinte Nationen besorgt
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Heftige Kämpfe im Kongo - Vereinte Nationen besorgt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:10 18.11.2012
UN-Blauhelme bei einem Einsatz im Kongo. Quelle: Alain Wandimoyi/Archiv
Anzeige
Kinshasa/Accra/New York

Unter den rund 400 000 Einwohnern sei Panik ausgebrochen. Zehntausende Menschen flohen aus einem nahegelegenen Flüchtlingslager.

"Die Situation ist extrem beunruhigend, angespannt und unvorhersehbar", sagte ein Sprecher des UN-Büros für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (Unocha) der Nachrichtenagentur dpa.

Nach einer relativ ruhigen Nacht hätten die Rebellen der Bewegung M23 eine neue Offensive gestartet, meldete der Sender Radio Okapi unter Berufung auf die Armee. Diese wird im Kampf gegen die Aufständischen von der UN-Friedenstruppe Monusco unterstützt.

Hilfsorganisationen hätten damit begonnen, ausländische Mitarbeiter ins benachbarte Ruanda zu bringen, hieß es weiter. Angesichts der gefährlichen Lage sei die Versorgung Tausender Flüchtlinge gefährdet.

Kampfhubschrauber der Vereinten Nationen hatten am Wochenende vergeblich versucht, den Vormarsch der Rebellen aufzuhalten. Trotz des massiven Beschusses durch die Helikopter konnten die M23-Kämpfer am Samstag den Ort Kibumba einnehmen. Sollte auch die Metropole Goma fallen, droht laut UN eine humanitäre Katastrophe.

In New York war angesichts der Lage in der Demokratischen Republik Kongo am Samstag der UN-Sicherheitsrat zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Hervé Ladsous, Chef aller UN-Friedensmissionen, sprach von einer dramatischen Verschlechterung der Lage.

Die EU-Außenbeauftragten Catherine Ashton forderte die Rebellen am Sonntag in einer in Brüssel verbreiteten Erklärung auf, ihre Angriffe auf Goma umgehend einzustellen und den Hilfsorganisationen Zugang zu den Menschen in Not zu ermöglichen.

Die UN werfen Ruanda vor, die M23 - benannt nach dem 23. März 2009, als eigentlich ein Friedensabkommen ausgehandelt wurde - zu unterstützen. Hintergrund ist der Konflikt zwischen Hutu und Tutsi, dem bei den Massakern 1994 bis zu einer Million Tutsi zum Opfer fielen. Die M23 ist von den Tutsis geprägt - ebenso wie die Regierung Ruandas.

Die Rebellen werden angeblich von dem desertierten kongolesischen General Bosco Ntaganda angeführt. Der 39-Jährige, der sich selbst "Der Terminator" nennt, wird vom Internationalen Strafgerichtshof wegen Kriegsverbrechen gesucht.

Die UN-Friedenstruppe Monusco gibt es seit November 1999. Sie ist mit mehr als 20 000 Mann nicht nur die bei weitem größte Blauhelmmission, sondern mit einem Etat von mehr als einer Milliarde Dollar auch die teuerste.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Im Gaza-Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern ist trotz internationaler Vermittlungsbemühungen kein Ende der Gewalt in Sicht.Etwa die Hälfte davon seien Zivilisten, teilte das Hamas-Gesundheitsministerium ferner mit.

18.11.2012

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt hat sich für eine radikale Verkürzung der dreijährigen Elternzeit ausgesprochen. "Sobald der Ausbau der Kinderbetreuung gewährleistet ist, sollte die Elternzeit stufenweise auf zwölf Monate abgesenkt werden", sagte Hundt der Zeitung "Die Welt" (Montag).

18.11.2012

Mit Optimismus gehen die Grünen in den Bundestagswahlkampf. Ihre angeschlagene Parteichefin Roth bekommt neuen Rückhalt, sie fassen realitätstaugliche Beschlüsse, und Schwarz-Grün erteilen sie eine Absage.

18.11.2012
Anzeige