Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Harte Kritik: Kenia will 600 000 Flüchtlinge loswerden
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Harte Kritik: Kenia will 600 000 Flüchtlinge loswerden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:34 08.05.2016
Kenia ist Zufluchtsort Hunderttausender Menschen aus Somalia und anderen benachbarten Krisenstaaten. Quelle: Dai Kurokawa
Anzeige
Nairobi

Kenia will zwei Flüchtlingslager mit rund 600 000 Menschen schließen, weil es sie für potenzielle Brutstätten des Terrorismus hält. Die Pläne stoßen auf harte Kritik.

Das ostafrikanische Land ist Zufluchtsort Hunderttausender Menschen aus Somalia und anderen benachbarten Krisenstaaten und steht im Fokus der somalischen Islamistenmiliz Al-Shabaab.

Das kenianische Innenministerium hatte am Freitag die Schließung der Lager Dadaab und Kakuma "aus Sicherheitsgründen" angekündigt. Die Regierung befürchte Aktivitäten der Terrorgruppe Al-Shabaab in den Lagern, hieß es.

Die Bedrohung durch Al-Shabaab gebe es, sagte der Flüchtlingsexperte der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), Bill Frelick. "Doch die kenianische Regierung sollte jene Menschen angemessen strafrechtlich verfolgen, die Verbrechen begangen haben, und die Bemühungen um den Schutz von Flüchtlingen nach internationalen Richtlinien aufrechterhalten."

Es ist nicht das erste Mal, dass Kenia mit der Auflösung der Camps droht. Kenia ist eines der wenigen politisch stabilen Länder in der Region. Hunderttausende Menschen aus dem Südsudan, Somalia und anderen Staaten haben hier Schutz gesucht.

Das Lager Dadaab im Osten des Landes wurde bereits nach dem Sturz der Regierung Siad Barres in Somalia 1991 errichtet. Mittlerweile leben hier nach Angaben der Vereinten Nationen rund 350 000 Menschen. Es gilt als das größte Flüchtlingslager der Welt.

Über ein Vierteljahrhundert haben sich Strukturen herausgebildet, mit denen Dadaab weniger einer provisorischen Einrichtung als vielmehr einer Stadt ähnelt - der viertgrößten Stadt Kenias nach Nairobi, Mombasa und Kisumu. Es gibt Gemüse- und Viehmärkte, Schulen, Geldtransferbüros und Kinos. Dabei leben Tausende Menschen in notdürftigen Unterkünften aus Ästen und kaputten Plastikplanen.

In Dadaab und Kakuma leben nach UN-Angaben insgesamt mehr als 380 000 Somalier. Die Al-Shabaab hat Kenia verstärkt im Visier, seit sich die kenianischen Streitkräfte an dem Militäreinsatz der Afrikanischen Union im Nachbarland Somalia gegen die Dschihadisten beteiligen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Vor Jahren ein Boom-Land, ist Brasilien heute ein Frust-Land: Die Bürger ächzen unter der Rezession, die Justiz klagt einen Politiker nach dem anderen an. Ob nun ein Wechsel an der Staatsspitze hilft?

08.05.2016

Mit Spannung fiebern auf den Philippinen Millionen Menschen der Präsidentenwahl an diesem Montag entgegen.

Ein heftig umstrittener Bürgermeister gilt nach den Umfragen als Favorit: Rodrigo Duterte (71) will Kriminalität, Drogenhandel und Korruption innerhalb von sechs Monaten mit Methoden beenden, die Menschenrechtler entsetzen.

08.05.2016

Im Jahr 2000 gab es noch 420 Krankenkassen, 2014 waren es 132, jetzt sind es noch 107, sagt der Chef des BKK-Dachverbandes. Grund für den Rückgang ist aus seiner Sicht ein ungerechter Finanzausgleich zwischen den Kassen.

08.05.2016
Anzeige