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Cem Özdemir auf dem Parteitag in Hannover© dpa

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Parteitag

Hannover: Die Grünen wollen nur Rote

Die Grünen geben sich kämpferisch und grenzen sich auf ihrem Parteitag in Hannover deutlich von der CDU ab. Ihr Wunschpartner ist die SPD, wie Parteichef Cem Özdemir betont.

Hannover. Cem Özdemir lässt keine Zweifel aufkommen. „2013 wollen wir mit der SPD regieren“, ruft der Grünen-Chef energisch den Delegierten beim dreitägigen Grünen-Parteitag in Hannover zu, der gestern begann. „Lasst euch nicht kirre machen von der aktuellen Schwarz-Grün-Debatte. Wir wollen nicht die Union, sondern wir wollen die Wähler der Union“, bekräftigt er die Position seiner Partei - ja zur SPD, nein zur CDU.

Auch Fritz Kuhn, der frisch gewählte OB von Stuttgart, zieht einen Trennstrich zwischen Grünen und CDU. „Warum sollen wir Schwarz-Grün machen, wenn wir gerade von denen die Fresse vollbekommen haben?“, sagt Kuhn in Anspielung auf den Kommunal-Wahlkampf, in dem die CDU ihn übel angegangen sei. Katrin Göring-Eckardt, frisch gekürte Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, erklärte ebenfalls: „Wir wollen mit grüner Politik schwarze Wähler gewinnen, aber mit euch regieren wollen wir nicht.“

Cem Özdemir betont in seiner kämpferisch vorgetragenen Rede, dass noch Anstrenungen nötig seien, um das Land von der „schwarz-gelben Last des Regierens“ zu befreien. Im Wahlkampf müssten die Grünen noch eine „Schippe drauflegen“. Immerhin habe die Ökopartei aber das „perfekte Wahlkampfpaar“ mit den zwei Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt. „Ab jetzt wird mit Katrin und Jürgen zusammen dem politischen Gegner eingeheizt“, so der Grünen-Chef.

Aufbauende Worte findet Özdemir für seine Co-Chefin Claudia Roth: „Ich wünsche mir, mit dir weitere zwei Jahre im Bundesvorstand zusammenzuarbeiten.“ Den lauten, aufmunternden Applaus nimmt Roth, die sich nach der schmerzhaften Niederlage bei der Kür der Spitzenkandidaten heute dennoch zur Wiederwahl als Parteichefin stellen will, mit unbewegtem Gesicht, aber Tränen in den Augen entgegen. Ganz gegen ihre Gewohnheit hat sich der bunte „Paradiesvogel“ Roth, gern auch als Herz und Seele der Grünen bezeichnet, zum Auftakt des Parteitags komplett in düsteres Schwarz geworfen.

Özdemir gewährt in seiner Auftaktrede einen Blick auf die Ziele der Grünen: die Einführung eines Mindestlohnes, mehr Geld für Bildung, eine Liberalisierung des Staatsbürgerrechtes, ein höherer Spitzensteuersatz. „Sich der Mitte zu öffnen heißt nicht, Inhalte zu schleifen“, betont Özdemir. Ja, die Grünen seien konservativ, aber wertekonservativ und nicht strukturkonservativ wie die CDU, erläutert er, sie seien liberal und auch links. Wachsen könne die Partei künftig nur, wenn sich diese unterschiedlichen Strömungen „zusammenraufen“. Sein letzter Appell: „Lasst uns gemeinsam die Republik rocken!“


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