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Smog im morgendlichen Peking: Laut einer Studie sehen nur 18 Prozent der Chinesen in der Klimaproblematik ein «sehr ernstes Problem».

Smog im morgendlichen Peking: Laut einer Studie sehen nur 18 Prozent der Chinesen in der Klimaproblematik ein «sehr ernstes Problem». © Adrian Bradshaw/Archiv

Wissenschaft

Große Mehrheit der Weltbevölkerung will Klimaabkommen

Die Chinesen halten den Klimawandel nicht für ein besonders großes Problem, die Amerikaner glauben, dass er sich technisch lösen lässt. Und die Deutschen? Fühlen sich persönlich eher nicht betroffen. Einig sind sich trotzdem alle: Ein Klimaabkommen muss her!

Washington. Eine überwältigende Mehrheit der Menschen in aller Welt ist dafür, den Ausstoß von Treibhausgasen zum Schutz des Klimas zu begrenzen.

Obwohl in vielen Teilen der Erde höchst unterschiedliche Einschätzungen zur Klimabedrohung zutage treten, sprechen sich einer Studie des US-Institutes Pew Research Center zufolge 78 Prozent der Menschen dafür aus, in einem internationalen Abkommen eine Begrenzung der Treibhausgase zu vereinbaren.

Pew hatte dafür mehr als 45 000 Menschen in 40 Ländern telefonisch oder persönlich befragt. Eine Erkenntnis: "Es gibt unterschiedliche Sichtweisen auf die Erderwärmung. Die Menschen in China und den USA, den Ländern, die am meisten Treibhausgase ausstoßen, zählen zu denen, die am wenigsten besorgt sind", heißt es in der Studie.

In Deutschland liegt die Zustimmung für ein Klimaabkommen demnach sogar bei 87 Prozent. 55 Prozent der Deutschen sehen die Klimaproblematik als ein "sehr ernstes Problem" an. Damit liegt Deutschland nur minimal über dem weltweiten Durchschnitt von 54 Prozent. In den USA sehen nur 45 Prozent ein sehr ernstes Problem durch die Klimaerwärmung heraufziehen, in Großbritannien 41 Prozent, in China gar nur 18 Prozent. Allerdings sind auch mehr als 71 Prozent der Chinesen und 69 Prozent der US-Amerikaner für ein Abkommen.

Die Studie zeigt auch, wie zerrissen die US-amerikanische Gesellschaft bei dem Thema ist. Als ernstes Problem erachten den Klimawandel 68 Prozent der eher liberal eingestellten, aber nur 20 Prozent der konservativen Amerikaner - eine solche Kluft zwischen den politischen Lagern gibt es in keinem anderen Land. In Deutschland ist der Unterschied in der Einschätzung zwischen den politischen Lagern vergleichsweise gering.

Auch in Deutschland glauben der Erhebung zufolge nur 19 Prozent der Befragten, dass der Klimawandel ihnen im Laufe ihres Lebens persönlich schaden wird. Auf den Philippinen sind es 75 Prozent, in Brasilien sogar 78 Prozent. Die Menschen fürchten sich am meisten vor Dürre als Auswirkung der Klimaerwärmung. Wetterkapriolen, übermäßige Hitze oder das Ansteigen des Meeresspiegels werden deutlich seltener genannt.

Während in den USA die Überzeugung vorherrscht, dass es technische Lösungsmöglichkeiten gibt, ist die Lage in den allermeisten übrigen Ländern anders: Dort glaubt eine deutliche Mehrheit der Menschen, dass die Klimakatastrophe nicht durch technische Neuerungen allein gestoppt werden kann - Änderungen beim Lebenswandel seien notwendig. Eine Mehrheit weltweit ist auch der Meinung, dass reiche Länder sich mehr im Kampf ums Klima engagieren sollten als die ärmeren. Der Grad der Besorgnis über den Klimawandel ist in den meisten Ländern seit dem Jahr 2010 deutlich gestiegen.

dpa


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