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Deutschland/Welt Griechenland: Auf Einigung folgt Shitstorm
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Griechenland: Auf Einigung folgt Shitstorm
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15:04 13.07.2015
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Berlin

Der Strom der Protest-Tweets riss auch nach der Einigung auf dem Eurogipfel nicht ab. Von Sonntagabend bis Montagnachmittag gab es mehr als 335.000 Twitter-Nachrichten mit dem Hashtag " ThisIsACoup", und stündlich kamen Tausende weitere hinzu.


Das als Gegenbewegung gedachte Schlagwort " ThisIsnotACoup" kam laut Webanalysedienst Topsy nur auf einige hundert Treffer. Hauptargument der Kritiker war, dass die Euro-Partner unter Führung Deutschlands die griechische Regierung ihrer Souveränität beraubt hätten.


Auf besondere Ablehnung stieß in diesem Zusammenhang die Idee eines außerhalb Griechenlands angesiedeltem Privatisierungsfonds, in den Staatsvermögen im Volumen von rund 50 Milliarden Euro eingebracht werden sollte.


Der erste Tweet der Kampagne kam vom Profil eines Nutzers mit dem Namen Sandro Maccarrone, der Lehrer in Barcelona sein soll. "Der Vorschlag der Eurogruppe ist ein verdeckter Staatsstreich gegen das griechische Volk", hieß es zur Erklärung des Hashtags am Sonntagabend.


In den folgenden Nachrichten wurde den Gläubigern von Dutzenden Twitter-Nutzern vorgeworfen, Griechenland erniedrigt und die Demokratie verletzt zu haben. Einige riefen zum Kampf gegen europäische Institutionen auf. Mehrfach wurden Parallelen zum Zweiten Weltkrieg und der deutschen Besatzung Griechenlands gezogen.


Vom Profil "@MisoPhotography" kam die Fotomontage, in der die blaue EU-Flagge in die Ecke einer Deutschlandfahne eingeklemmt wurde. Unterstützung kam vom amerikanischen Wirtschaftsfachmann Paul Krugman, der schon früher die Position der Gläubiger-Institutionen kritisiert hatte. Er schrieb in seinem Blog vor der Einigung: "Der Trend-Hashtag "ThisIsACoup" stimmt exakt." Die Liste der Forderungen sei "Wahnsinn" und ein Verrat am europäischen Projekt.


Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel (CDU) versuchte stattdessen, Werbung für den neuesten Griechendeal und ein drittes Hilfspakt zu machen. Siehe unten.

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