Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Gegenwind für Assad - Kritik aus der eigenen Religionsgruppe
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Gegenwind für Assad - Kritik aus der eigenen Religionsgruppe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:26 03.04.2016
Gegen den syrischen Machthaber al-Assad formiert sich nun auch Widerstand aus seinen eigenen Reihen. Quelle: Sana Handout
Anzeige
Damaskus

Gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad formiert sich öffentlicher Widerstand aus der Basis seiner Macht.

Die "Welt am Sonntag" sowie andere europäische Zeitungen zitierten am Sonntag aus einer Erklärung von Geistlichen und führenden Persönlichkeiten der Religionsgruppe der Alawiten. Darin distanzieren sie sich vom Assad-Regime. Zugleich plädieren sie für ein friedliches Zusammenleben der Religionsgemeinschaften in einem demokratischen Syrien.

Alawiten sind eine religiöse Minderheit in Syrien. Sie machen etwa ein Zehntel der Bevölkerung aus, repräsentieren aber zu großen Teilen die politische und militärische Elite des Landes - auch Machthaber Assad ist Alawit.

"Die herrschende Macht, wer immer sie verkörpert, repräsentiert uns nicht, bestimmt nicht unsere Identität oder sorgt für unsere Sicherheit und unser Ansehen", heißt es in dem achtseitigen Dokument unter anderem. Einer der Initiatoren sagte der "Welt am Sonntag" zudem: "Das jetzige Regime ist totalitär und vertritt nicht die Alawiten. Damit es Frieden geben kann, müssen seine Vertreter aus der Regierung verschwinden."

Aus Furcht vor Verfolgung haben sich die Unterzeichner nicht zu erkennen gegeben. Sie geben an, 40 Prozent der alawitischen Gemeinschaft zu vertreten, wie die "Welt am Sonntag" berichtete. Der Weg an die Öffentlichkeit ist für die Kritiker gefährlich. Abweichende Meinungen in Reihen der Alawiten, deren syrisches Kernland in der nordwestlichen Provinz Latakia liegt, werden vom Assad-Regime seit jeher brutal unterdrückt.

In der Erklärung geht es auch um das religiöse Selbstverständnis der Verfasser und der Rolle von Religion im Staat: "Wir fordern ein System, in der Religion eine Quelle kultureller und tugendhafter Normen ist, darüber hinaus (fordern wir) ein System, in dem der Islam, das Christentum und andere Religionen gleich sind." Unklar blieb zunächst, wie einflussreich die Verfasser der Erklärung sind. Es sollen laut Bericht aber mehrere angesehene Familien beteiligt sein. Eigenen Angaben zufolge seien auch hochrangige Militärs eingeweiht.

Bei den Syrien-Gesprächen, deren nächste Runde bald in Genf beginnen soll, ist das Schicksal Assads eine der Kernfragen. Während Assad auch künftig Präsident bleiben will, fordert die Opposition seine Absetzung.

Zu dem Zeitungsverbund gehören neben der "Welt am Sonntag" auch die Zeitungen "La Repubblica" (Italien), "Le Figaro" (Frankreich), "Le Soir" (Belgien) sowie der "Tages-Anzeiger" und die "Tribune de Genève" (beide Schweiz).

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Bundeswehrverband fordert noch vor der nächsten Bundestagswahl im Herbst 2017 einen Richtungswechsel in der Verteidigungspolitik. In einem neuen Grundsatzpapier fordert die Gewerkschaft der Soldaten eine deutliche Aufstockung des Wehretats und mehr Personal.

03.04.2016

Die Union ist in Umfragewerten derzeit so schwach wie seit Jahren nicht mehr. In der jüngsten Emnid-Umfrage für die "Bild am Sonntag" sackte sie gegenüber der Vorwoche um einen Punkt auf 33 Prozent ab.

03.04.2016

Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sieht die Flüchtlingsübereinkunft mit der Türkei als Modell für Abkommen auch mit nordafrikanischen Ländern. Mit Blick auf Ausweichrouten über das Mittelmeer sagte er dem "Tagesspiegel am Sonntag": "Sollten wieder mehr Menschen über diese Route kommen, werden wir ähnliche Lösungen wie mit der Türkei suchen und darüber dann auch Verhandlungen mit den Ländern im Norden Afrikas aufnehmen müssen.

03.04.2016
Anzeige