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Spurensicherung bei der Arbeit am Tatort. Der Anschlag ereignete sich in der belebten Einkaufsstraße Istiklal.

Spurensicherung bei der Arbeit am Tatort. Der Anschlag ereignete sich in der belebten Einkaufsstraße Istiklal. © Stringer

Terrorismus

Fünf Tote bei Selbstmordanschlag in Istanbul

Erneut ein Anschlag in der Türkei. Ein Selbstmordattentäter sprengt sich in Istanbul in die Luft - mitten in einer zentralen Einkaufsstraße. Ein Ende der Gewalt in dem Land ist nicht in Sicht.

Istanbul. Bei dem zweiten Selbstmordanschlag innerhalb einer Woche in der Türkei sind in Istanbul fünf Menschen getötet worden. Unter den Toten sind auch mindestens zwei Israelis. Dies bestätigte der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu in Jerusalem.

36 Menschen seien verletzt worden, sieben von ihnen schwer, teilte der türkische Gesundheitsminister Mehmet Müezzinoglu mit. Zwölf der Verletzten seien Ausländer.

Nach Angaben des Auswärtigen Amtes in Berlin war unter ihnen kein deutscher Staatsbürger. Wer hinter dem Anschlag steckte, blieb zunächst unklar.

Das Auswärtige Amt riet Deutschen in der Stadt weiterhin zu großer Vorsicht. "Reisenden in Istanbul wird geraten, öffentliche Plätze, auch touristische Attraktionen und allgemein Menschenansammlungen in den nächsten Tagen zu meiden", hieß es am späten Samstagnachmittag in einem aktualisierten Reise- und Sicherheitshinweis. Am Mittag hatte das Ministerium Touristen empfohlen, in ihren Hotels zu bleiben.

Vergangenen Sonntag hatte ein Selbstmordattentäter in der Hauptstadt Ankara mehr als 35 Menschen mit in den Tod gerissen. Zu der Tat bekannte sich eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK, die Freiheitsfalken Kurdistans (TAK). In Istanbul hatte im Januar ein Selbstmordattentäter zwölf deutsche Touristen getötet. Die Tat wurde der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zugerechnet.

Zum Hintergrund des erneuten Anschlags in Istanbul machte Minister Müezzinoglu keine Angaben. Es werde ermittelt. "Ich verurteile die, die Menschen und damit die Menschheit töten", sagte er. Der Selbstmordattentäter zündete den Sprengsatz in der Nähe der zentralen Einkaufsstraße Istiklal. In der Nähe des Explosionsortes befindet sich ein Einkaufszentrum und das Bezirksamt.

In der Türkei hatte es in den vergangenen Monaten mehrfach Anschläge gegeben. So wurden Sicherheitskräfte immer wieder Ziel von PKK-Angriffen. Die Sicherheitskräfte bekämpfen die PKK massiv im Südosten des Landes. Allerdings wurden in der Vergangenheit Anschläge auch dem IS oder linksterroristischen Gruppen angelastet.

Der türkische Außenminister Mevlüt Cavusoglu sagte bei einem Besuch im Iran: "Der Terror hat sein hässliches Gesicht gezeigt". Auch der stellvertretende Ministerpräsident Numan Kurtulmus verurteilte den Anschlag aufs Schärfste. Eine Mediensperre wurde erlassen, die sich jedoch nicht auf offizielle Verlautbarungen bezieht.

Ein Video, das von einer Überwachungskamera vom Anschlagsort stammen soll, zeigt eine Explosion inmitten von Passanten. Augenzeugen berichteten von einem lauten Knall. Die Polizei sperrte die Gegend weiträumig ab. Hubschrauber kreisten über dem Tatort.

Am Donnerstag und Freitag waren das deutsche Generalkonsulat in Istanbul, die Botschaft in Ankara und weitere deutsche Einrichtungen wegen einer Terrorwarnung geschlossen worden. Das Konsulat in Istanbul hatte die Bundesbürger am Wochenende zu Achtsamkeit in der Stadt aufgerufen. Ebenso am Montag zum kurdischen Neujahrsfest Newroz.

Die TAK hatte in ihrem Bekennerschreiben zum Anschlag in Ankara geschrieben, die Tat sei eine Vergeltung für die "Massaker in Kurdistan". Die Gruppe kündigte zugleich neue Anschläge an. Die TAK ging 2004 aus der PKK hervor und verübte Anschläge in Städten. Die Gruppe hatte sich schon im Februar zu einem Anschlag auf einen Armeekonvoi mit 30 Toten in Ankara bekannt.

dpa


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