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Frauen spielen im politischen Leben Saudi-Arabiens bisher praktisch keine Rolle.

Frauen spielen im politischen Leben Saudi-Arabiens bisher praktisch keine Rolle. © Stringer/EPA

Wahlen

Frauen in Saudi-Arabien dürfen erstmals an Wahlen teilnehmen

Frauen genießen in dem erzkonservativen Saudi-Arabien kaum Rechte. Sie dürfen in dem ölreichen Golfstaat noch nicht einmal Auto fahren. Kritikern geht auch die Wahlreform in dem Land nicht weit genug.

Riad. Zum ersten Mal in der Geschichte des erzkonservativen islamischen Königreichs Saudi-Arabien können sich Frauen als Kandidatinnen zur Wahl aufstellen lassen.

Seit Sonntag läuft landesweit die Registrierung für Bewerberinnen und Bewerber, die bei einer für Dezember geplanten Abstimmung einen Sitz in den Lokalräten gewinnen wollen. Auch als Wähler sind Frauen erstmals zugelassen.

Der im Frühjahr verstorbene König Abdullah hatte vor vier Jahren einen entsprechenden Erlass herausgegeben. An der Neuerung gibt es allerdings scharfe Kritik. Konservative Geistliche warnen vor einer "Vermischung von Männern und Frauen", "moralischem Übel" und einer "Verwestlichung der Gesellschaft". Abdullahs Nachfolger König Salman unterstützte dagegen das Frauenwahlrecht öffentlich.

Frauen spielen im politischen Leben des sunnitischen Königreichs bisher praktisch keine Rolle. Sie dürfen dort nach der strengen wahhabitischen Lesart des Islams noch nicht einmal Auto fahren. Allerdings hatte Abdullah bereits vor mehr als zwei Jahren 30 Frauen in den 150-köpfigen Schura-Rat berufen, der die Regierung berät.

Menschenrechtlern und Aktivisten geht die Wahlreform nicht weit genug. Sie sehen auch keine wirkliche Wende hin zu mehr Demokratie in dem Land, das von der Königsfamilie beherrscht wird. Die zuletzt 2011 gewählten Lokalräte haben nur sehr begrenzte Befugnisse. Sie können unter anderem den Haushalt absegnen und Vorschläge machen. Zudem werden nur zwei Drittel ihrer Mitgliedern durch Wahlen bestimmt, der Rest wird hingegen ernannt.

Saudische Medien zufolge wird damit gerechnet, dass sich landesweit rund 70 Frauen als Kandidatinnen registrieren lassen werden. Wahlplakate mit Bildern der Bewerber sind Frauen und Männern untersagt. Am Wahltag selbst soll es nach Geschlechtern getrennte Wahllokale geben. Geplant ist die Abstimmung für den 12. Dezember.

dpa


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