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Ein Verletzter aus dem Thalys-Zug wird in Arras von Sanitätern betreut.

Ein Verletzter aus dem Thalys-Zug wird in Arras von Sanitätern betreut. © Antoine Da Silva De L'avenir De L'Artois

Kriminalität

Frankreich will mit Nachbarn für mehr Zugsicherheit sorgen

Der mutmaßliche Attentäter aus dem Thalys sitzt in U-Haft, ihm wird mehrfacher Mordversuch vorgeworfen. Die Debatte um die Sicherheit von Zügen gewinnt an Fahrt: Ein Ministertreffen in Paris soll auch über Gepäckkontrollen nach dem Zufallsprinzip sprechen.

Paris. Nach der Attacke in einem Thalys-Zug sprechen europäische Verkehrs- und Innenminister am Samstag in Paris über die Sicherheitsvorkehrungen im Bahnverkehr. Es geht um die Frage, ob Reisende systematischer und koordiniert kontrolliert werden können.

Dies kündigte Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve in einem Interview des Senders France Inter an. Cazeneuve nannte als mögliche Maßnahme, die Kontrolle der Papiere von Reisenden vorzuschreiben.

Auch über zufällige Gepäckkontrollen und multinationale Polizeiteams für Züge solle am Samstag gesprochen werden. Er hält solche Vorschläge mit den Regeln des Schengener Abkommens für vereinbar, das die Grenzkontrollen zwischen den teilnehmenden Ländern abgeschafft hat. "Das kann man machen, ohne Schengen zu verändern", meinte er.

Wie die französische Nachrichtenagentur AFP aus dem Umfeld des Ministers berichtete, sollen neun Länder bei dem Treffen vertreten sein - neben Frankreich auch Deutschland, Großbritannien, Italien, Spanien, Belgien, Luxemburg, die Niederlande und die Schweiz. Eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur beim Pariser Innenministerium blieb zunächst unbeantwortet.

Der 25 Jahre alte Angreifer aus dem Thalys-Hochgeschwindigkeitszug sitzt jetzt in Untersuchungshaft. Ein Sprecher der Pariser Staatsanwaltschaft bestätigte, dass dem Marokkaner nach einer Richter-Entscheidung aus der Nacht nun auch offiziell unter anderem mehrfacher Mordversuch in Zusammenhang mit Terrorismus vorgeworfen wird. Ein entsprechendes Verfahren hatte Staatsanwalt François Molins eingeleitet.

Frankreichs führender Anti-Terror-Ermittler wertete die Beteuerungen des mutmaßlichen Islamisten, er habe die Passagiere lediglich ausrauben wollen, als "frei erfunden". Die Ermittler gehen davon aus, dass er ein Blutbad anrichten wollte.

Der mit einem Sturmgewehr und einer Pistole bewaffnete Mann hatte am Freitagabend in dem Zug auf der Fahrt von Amsterdam nach Paris das Feuer eröffnet und war von mehreren Fahrgästen niedergerungen worden. Vor der Tat schloss er sich nach Angaben Molins in einer Zugtoilette ein und schaute dort ein Video an, das im Namen eines radikalen Islam zu Gewalt aufrief. Er verletzte zwei Menschen schwer. Frankreich war in den vergangenen Monaten mehrfach Ziel von islamistischen Anschlägen und Terrorplänen.

dpa


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