Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Frankreich schickt Luftwaffe gegen IS nach Syrien
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Frankreich schickt Luftwaffe gegen IS nach Syrien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:03 07.09.2015
Ein französischer Rafale-Kampfjet bei einer Übung in Polen. Die französische Luftwaffe will sich an Luftschlägen gegen den IS in Syrien beteiligen. Quelle: Michal Walczak
Anzeige
Paris

Frankreich bereitet Luftschläge gegen Stellungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) in Syrien vor. Er habe den Verteidigungsminister angewiesen, Aufklärungsflüge über Syrien zu veranlassen, sagte Präsident François Hollande in Paris.

"Sie werden es ermöglichen, Luftschläge gegen den IS ins Auge zu fassen." Die Aufklärungsflüge sollten bereits am Dienstag starten. Abhängig von den dabei gesammelten Informationen sei Frankreich bereit zuzuschlagen. Einen Einsatz französischer Bodentruppen in Syrien lehnte Hollande dagegen als unrealistisch ab.

Die französische Luftwaffe beteiligt sich seit knapp einem Jahr bereits an Angriffen einer US-geführten Koalition gegen IS-Truppen im Irak. Während die Amerikaner auch schon in Syrien angriffen, lehnte Paris einen Einsatz seiner Flugzeuge dort bislang ab.

Hollande begründet den Kurswechsel mit den Erfolgen der Terrormiliz IS in den vergangenen zwei Jahren. Die Miliz organisiere ihre Attacken gegen mehrere Länder von Syrien aus - er verwies auch auf islamistische Anschläge in Frankreich. Der Präsident betonte, dass eine Lösung des syrischen Bürgerkriegs das Regime in Damaskus einbinden müsse. "Aber letztlich muss (Präsident) Baschar al-Assad gehen", betonte Hollande. Damit erscheint Assads Abgang aus französischer Sicht nicht als Vorbedingung für Gespräche. "Er ist für die Situation des Landes verantwortlich."

Der Präsident plädierte dafür, mit allen Ländern zu sprechen, die eine politische Lösung des Konflikts erleichtern können. "Ich denke an die Golfstaaten, ich denke auch an Russland, an den Iran", sagte er. Die USA hatten Russland am Wochenende vor einer militärischen Intervention zugunsten von Machthaber Assad und einer Eskalation des Konflikts gewarnt. Russland will ausdrücklich auch die syrische Armee am Kampf gegen den IS beteiligen, was im Westen und bei der gemäßigten syrischen Opposition auf Kritik stößt. Russland gilt als enger Partner Assads und versorgt dessen Regime seit Jahren mit Waffen.

Auch in London wird darüber diskutiert, die Luftangriffe der britischen Streitkräfte vom Irak auf Syrien auszuweiten. Vor allem konservative Parlamentarier sind dafür, Premierminister David Cameron bereitet den Schritt schon seit Monaten rhetorisch vor. Er hat aber deutlich gemacht, den Schritt nur zu gehen, wenn das Parlament zustimmt. Vor zwei Jahren hatte der Premier eine Niederlage im Unterhaus erlitten, weil die Abgeordneten Luftschläge gegen Syrien ablehnten.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Republik verändert sich: Vor allem Berlin und Hamburg werden auch in den nächsten Jahrzehnten wachsen. In den Flächenbundesländern leben dagegen bald immer weniger Menschen. Vor allem im Osten.

07.09.2015

Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes, Gerhard Schindler, hat in der Affäre um die Selektoren-Liste des US-Geheimdienstes NSA Fehler eingestanden. "Bei unserer Kooperation mit der NSA in Bad Aibling haben wir Fehler gemacht", sagte Schindler der "Bild".

07.09.2015

Tunis (dpa) - Die tunesische Regierung befürchtet einen Terroranschlag in der Hauptstadt Tunis. Wie die tunesische Nachrichtenagentur TAP unter Berufung auf eine Quelle im Innenministerium berichtete, planen Terroristen mit Autobomben und Sprengstoffgürteln Attentate auf sensible und wichtige Orte in Tunis.

07.09.2015
Anzeige