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Terror in Paris

Fragen und erste Antworten zu den Anschlägen in Paris

Wer waren die Angreifer, wo sind ihre Komplizen und wer sind die Auftraggeber? Nach den blutigen Anschlägen in Paris mit mehr als 120 Toten zeichnen sich schwierige und langwierige Ermittlungen ab. Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die offensichtlich koordinierten Angriffe von einer gut organisierten Gruppe verübt wurden. Nach dem Bekenntnis der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) gehen die Ermittler auch einer Spur ins Ausland nach. Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Ermittlungen:

WAS IST GESCHEHEN?
Die Ermittler versuchen anhand der Aussagen von Augenzeugen und Videoaufnahmen eine genaue Chronologie der Anschläge zu rekonstruieren. Gegen 21.20 Uhr sprengten sich am Stade de France im Norden von Paris drei Attentäter in die Luft. Fast zeitgleich eröffneten Attentäter in mehreren Straßen im Osten von Paris das Feuer auf Cafés, Bars und Restaurants. Anschließend griffen vier Attentäter im selben Viertel den Konzertsaal Bataclan an, wo sie mindestens 82 Menschen töteten, bevor sie sich selbst in die Luft sprengten beziehungsweise erschossen werden. Handelt es sich um die selben Männer, die zuvor auf die Cafés feuerten? Wahrscheinlich ja, glaubt die Polizei, will aber nicht ausschließen, dass überlebende Attentäter geflohen sind.

WER WAREN DIE ATTENTÄTER?
Gerichtsmediziner untersuchten am Samstag die Leichen der acht Attentäter, die sich am Stade de France, im Bataclan und am Boulevard Voltaire in die Luft sprengten. Sie hoffen, dass ein Abgleich der DNA mit den Datenbanken der Polizei Hinweise auf ihre Identität gibt. Ein mutmaßlicher Attentäter aus dem Bataclan wurde am Samstag bereits als ein den Geheimdiensten bekannter Franzose identifiziert.
Aus Polizeikreisen verlautete, es habe sich bei den Angreifern im Bataclan um "kampferprobte und perfekt trainierte Typen" gehandelt, die von Augenzeugen als "recht jung und selbstsicher" beschrieben worden seien. Zudem hieß es aus Polizeikreisen, nahe einer der Leichen sei ein syrischer Pass gefunden worden. Dies bestärkt den Verdacht auf eine Verbindung der Attentäter ins Ausland.
Augenzeugen berichten zudem, dass die Angreifer in einem Auto mit belgischem Nummernschild kamen. Am 5. November wurde in Bayern ein Mann im Besitz eines Schnellfeuergewehrs und Sprengstoffs festgenommen, der nach Angaben des bayerischen Ministerpräsidenten Horst Seehofer (CSU) in Verbindung mit den Attentaten stehen könnte.

WO SIND DIE KOMPLIZEN?
Der Einsatz von Sprengstoffgürteln ist bislang beispiellos in Frankreich und deutet darauf hin, dass ein Sprengstoffexperte an der Planung der Anschläge beteiligt war. Derartige Experten seien für die Hintermänner zu kostbar, als dass sie selbst für Anschläge eingesetzt würden, sagt der Geheimdienstexperte Alain Chouet der Nachrichtenagentur AFP. Der Sprengstoffexperte müsse also noch irgendwo sein.
Wie schnell die Ermittler Erkenntnisse zu den Komplizen, Handlangern und Auftraggebern gewinnen, hängt davon ab, wie gut die Attentäter ihren Spuren verwischt haben. Die Brüder Said und Chérif Kouachi, die im Januar die Satirezeitung "Charlie Hebdo" angegriffen hatten, schienen genau darauf geachtet zu haben, möglichst wenig Spuren zu hinterlassen.
Bei ihrem Komplizen Amédy Coulibaly, der einen jüdischen Supermarkt attackiert hatte, führte die Auswertung von DNA-Spuren und seines Telefons zu sieben Handlangern, gegen die Ermittlungen eingeleitet wurden. Die Ermittler gehen davon aus, dass Coulibaly Anweisungen von der IS-Miliz im Konfliktgebiet in Syrien und dem Irak erhielt.

WER IST AN DEN ERMITTLUNGEN BETEILIGT?
Die Staatsanwaltschaft von Paris hat ihre Krisenzelle aktiviert, was ihr erlaubt, alle Staatsanwälte zu mobilisieren. In den ersten Stunden nach den Angriffen waren sämtliche Mitarbeiter der Kriminalpolizei im Einsatz - dies sind rund 2000 Beamte. Alle Anti-Terror-Abteilungen der verschiedenen Sicherheitsdienste sind in die Ermittlungen eingeschaltet.
Die Ausrufung des Ausnahmezustands durch Präsident François Hollande gibt der Polizei weitreichende Befugnisse. Er erlaubt ihnen insbesondere Hausdurchsuchungen ohne richterlichen Beschluss und die Verhängung von Hausarrest für Menschen, die als Bedrohung eingeschätzt werden. Außerdem können Versammlungsverbote verhängt und Konzertsäle und Kinos geschlossen werden.


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