Navigation:
AboPlus Online-ServiceCenter

NP-Interview

Forsa-Chef Güllner: "Westerwelle ist von der Rolle"

Völlig von der Rolle – Forsa-Chef Manfred Güllner kritisiert im NP-Interview den Umgang Guido Westerwelles mit seinem Amt als Außenminister.
Lesezeichen setzen:


Auch in Brasilien immer am Ball: Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP)

© dpa

VON PETRA RÜCKERL

Ist die Kritik an Außenminister Westerwelle wirklich demokratiegefährdend?
Man muss es fast umgekehrt sagen. Westerwelle gefährdet die Glaubwürdigkeit der Regierung. Aus Umfragen wissen wir, dass die Menschen diese als völlig zerstritten wahrnehmen. Und die Mehrheit gibt der FDP daran die Schuld. Westerwelles Arbeit wird auch als Außenminister schlecht bewertet. Seine Vorgänger Steinmeier und Fischer waren in kürzester Zeit voll akzeptiert.

Spielt die Homosexualität Westerwelles eine Rolle?
Nein, das hat etwas mit der Person Westerwelle zu tun. Womöglich schürt er Vorurteile bei jenen, die ohnehin Vorbehalte haben, weil er seinen Lebenspartner mitnimmt. Joschka Fischer hat seine Frauen ja auch nicht mitgenommen.

Fehlt Westerwelle das Gespür?
Das ist die generelle Frage bei Westerwelle. Zum Beispiel wissen wir, dass bei den FDP-Wählern gar nicht mehrheitlich die versprochenen Steuersenkungen für ihre Stimme ausschlaggebend waren. Das haben sie nicht erwartet und auch nicht geglaubt. Die FDP-Wähler sind ja nicht dumm. Sie wissen, wenn sie ordentliche Schulen für ihre Kinder haben wollen, wenn sie wollen, dass die Schlaglöcher nach dem Winter zugemacht werden, dann braucht der Staat Geld. Was sie erwartet haben, waren Steuervereinfachungen. Sie wollten Abbau von Bürokratie. Westerwelle aber hält an Steuersenkungen fest. Da fragt man sich, ob er den Kontakt zur Realität verloren hat.

Hat er?
Wenn er sieht, dass er als Außenminister schlecht bewertet wird, müsste er doch alles tun, um das zu ändern. Was tut er? Er spielt den Sozialpolitiker und entfacht die Hartz-IV-Debatte. Die Hälfte seiner Wähler ist wieder abgewandert seit September. Doch er zeigt sich bockig und will sich gegen die CDU/CSU profilieren, das wird als Streit empfunden. Da fragt man sich unterm Strich, ob der Mann völlig von der Rolle ist.

Frau Merkel stützt ihren Vize halbherzig. Reicht das aus?
Ob Merkel ihn auf den richtigen Kurs bringen kann, kann ich nicht beurteilen. Welchen Einfluss kann man auf jemanden haben, der von der Rolle ist? Im Grunde müsste Westerwelle sich ändern. Das erwarten ja auch seine Wähler.


Nächster Artikel
Nächster Artikel
Vorheriger Artikel
Voriger Artikel

  • @Vorurteilsloser Susi – 13.03.10
    Ein Widerspruch in sich:
    normal bleiben und vernünftige Politik machen = FDP.
    Das passt gar nicht zusammen.
  • Einfach normal bleiben Vorurteilsloser – 12.03.10
    Ich ärgere mich mittlerweile, FDP gewählt zu haben. Statt als Partei vernünftige Politik zu machen, besteht die Partei derzeit nur aus ihrem stolzen Gockel, der überall auffallen will. Ein Phänomen, was mir bei Homosexuellen (gegen die ich nichts habe)besonders auffällt, auch im Kollegenkreis. Denkt denn der liebe Guido gar nicht an die Parteibasis, die diesen 15%-Erfolg erst mit ermöglicht hat?

Anzeige

Bild des Tages

Samuel Aranda (Spanien) kann sich über den wichtigsten Preis für Pressefotografie freuen. Er fotografierte eine verschleierte Jemenitin, die einen verletzten Verwandten im Arm hält. Dafür gabs den World Press Photo Award für das Pressebild des Jahres.

zur Galerie

Bürger schreiben Nachrichten

Die lokale Mitmach-Plattform unserer Zeitung

MYHEIMAT.DE

Die lokale Mitmach-Plattform unserer Zeitung: Bürger berichten aus Ihrem Heimatort. Die besten Beiträge werden in Ihrer Zeitung abgedruckt. mehr


 

Leserservice

Kostenloses Probeabo

Wir möchten Sie einladen, die Neue Presse auszuprobieren - und zwar kostenlos und völlig unverbindlich. Bestellen Sie die NP zwei Wochen lang gratis und genießen Sie währenddessen alle Vorzüge eines vollwertigen Zeitungsabos. mehr