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Syrische Bürgerkriegsflüchtlinge in der Türkei.

Syrische Bürgerkriegsflüchtlinge in der Türkei. © Maurizio Gambarini/Archiv

Konflikte

Flüchtlingskatastrophe in Syrien - Lebenszeichen von Assad

Internationale Flüchtlingsorganisationen schlagen Alarm: Die Zahl der Notleidenden in Syrien wächst dramatisch an und liegt inzwischen bei rund vier Millionen, wie eine Sprecherin des Flüchtlingskommissariat UNHCR am Freitag in Beirut sagte.

Istanbul/Genf. Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) warnte vor einer Katastrophe. Syriens Präsident Baschar al-Assad gab derweil türkischen Medien ein seltenes Interview - wenige Tage nachdem Oppositionelle über seinen Tod spekuliert hatten.

Der syrische Machthaber griff darin den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan mit scharfen Worten an. Erdogan gebe vor, Lösungen im Syrienkonflikt vorzuschlagen, und unterstütze gleichzeitig bewaffnete Gruppen, sagte Assad in dem am Freitag ausgestrahlten Interview des türkischen Fernsehsenders Ulusal. Die Türkei statte die Assad-feindlichen Milizen mit Waffen aus, biete ihnen medizinische und sonstige Hilfe an und schicke sie dann nach Syrien.

Russlands Präsident Wladimir Putin forderte einen Stopp aller Waffenlieferungen an die syrische Opposition. In einem am Freitag veröffentlichten Interview der ARD verwies er auf einen Zeitungsbericht, nach dem die Oppositionstruppen im syrischen Bürgerkrieg in letzter Zeit mit 3500 Tonnen Munition und Rüstungsgütern versorgt worden sind. "Das muss gestoppt werden", sagte er kurz vor seinem Deutschland-Besuch. "Es gibt doch völkerrechtliche Normen, nach deren Maßgabe Waffenlieferungen an die Gruppierungen, die die Situation in dem einen oder dem anderem Land auf bewaffnetem Wege destabilisieren wollen, unzulässig sind."

Die russischen Waffenlieferungen an das Regime von Assad verteidigte Putin dagegen: "Es gibt keine Verbote für Waffenlieferungen an die amtierenden legitimen Regierungen." Russland zählt zu den wichtigsten Waffenlieferanten des Assad-Regimes.

Nach UNHCR-Angaben sind in den Nachbarländern Syriens und in Ägypten inzwischen mehr als 1,2 Millionen syrische Flüchtlinge registriert. Damit wäre inzwischen mindestens ein Viertel von gut 20 Millionen Syrern, die zuletzt im Land lebten, auf der Flucht. In Syrien befinden sie sich vielerorts in Lebensgefahr - denn die Kämpfe dauerten vor allem im Großraum Damaskus auch am Freitag mit unverminderter Heftigkeit an. Bis zum Mittag kamen nach Angaben von Aktivisten mindestens 21 Menschen ums Leben, am Vortag waren es mehr als 150. Den Helfern fehlt es indes weiter an finanziellen Mitteln. Von den benötigten Geldern in Höhe von rund 800 000 Euro sei erst ein knappes Drittel eingegangen, resümierte die UNHCR noch Mitte März.

Dem Internationalen Komitee vom Roten Kreuz zufolge können viele notleidende Syrer inzwischen nur noch durch internationale Hilfslieferungen überleben. "Das Ausbleiben solch humanitärer Unterstützung könnte für einige Hunderttausend Menschen quer durch Syrien katastrophale Folgen haben", warnte der für Nothilfeoperationen in dem Land zuständige IKRK-Vertreter Jeroen Carrin.

dpa


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