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Der Weg ist riskant. Sie nehmen ihn trotzdem auf sich. Das Flüchtlingsdrama in der Ägäis dauert an. Wieder ist ein Boot mit Flüchtlingen vor der griechischen Insel Farmakonisi gekentert.

Der Weg ist riskant. Sie nehmen ihn trotzdem auf sich. Das Flüchtlingsdrama in der Ägäis dauert an. Wieder ist ein Boot mit Flüchtlingen vor der griechischen Insel Farmakonisi gekentert. © Opielok Offshore Carriers

Migration

Flüchtlingsboot in der Ägäis gekentert: Dutzende Tote

In der Ägäis hat sich eine neue Flüchtlingstragödie abgespielt. Vor einer kleinen griechischen Insel finden die Rettungsmannschaften immer mehr Leichen, darunter zahlreiche Kinder.

Athen. Vor der kleinen griechischen Insel Farmakonisi hat sich eine weitere Flüchtlingstragödie ereignet. Nach dem Kentern eines Flüchtlingsboots hat die Küstenwache Dutzende Leichen gefunden.

Zunächst hatten die Behörden drei, dann zehn und später 28 Tote gemeldet. Die Rettungsmannschaften entdeckten immer mehr Leichen. Es herrschte Unklarheit über die genaue Zahl der Opfer. Ein Sprecher der Küstenwache in Piräus sagte, die Zahl der Opfer betrage mindestens 34. "Leider haben wir hier 38 Tote", sagte hingegen der Diensthabende der Küstenwache der Hauptinsel Leros der Deutschen Presse-Agentur.

Unter den Opfern sollen vier Babys und zehn kleine Kinder sein. Sieben der toten Flüchtlinge seien im Inneren des gekenterten Fischkutters entdeckt worden, berichtete das Staatsradio.

Örtliche Medien berichteten von verzweifelten Müttern, die ihre Kinder unter den Überlebenden suchten. Eine Frau soll zwei Kinder im Alter von neun Monaten und neun Jahren verloren haben, hieß es. Die meisten Flüchtlinge sollen den Berichten zufolge aus Syrien stammen.

Die Rettungsmannschaften konnten 68 Menschen aus den Fluten retten. 29 Flüchtlinge konnten die Insel Farmakonisi schwimmend erreichen. Die Such- und Rettungsaktion dauerte am Sonntagnachmittag an, wie die Küstenwache mitteilte. An der Rettungsaktion nehmen auch zwei Hubschrauber und Boote der Küstenwache sowie Fischerboote teil, berichtete das Staatsfernsehen.

In der Region der Insel Leros und Farmakonisi herrschten am Sonntagvormittag, als sich das Unglück ereignete, Winde der Stärke sieben. Die Flüchtlinge benachrichtigen telefonisch die Küstenwache, dass sie in Seenot geraten waren.

Bereits am Vortag waren zwei Schlauchboote vor den Inseln Samos und Lesbos gekentert. Seitdem werden fünf Migranten vermisst und die Rettungskräfte haben nach Berichten örtlicher Medien die Hoffnung aufgegeben, sie noch lebend zu finden. Das eine Boot sei nördlich der Insel Samos gekentert. Die Küstenwache habe 24 Flüchtlinge retten können. Diese berichteten von vier vermissten Minderjährigen. Das zweite Boot kenterte vor Lesbos. Dort konnte die Küstenwache 32 Menschen aus den Fluten retten. Ein 20 Jahre alter Flüchtling werde seitdem vermisst, berichtete das Staatsradio.

Tausende Flüchtlinge versuchen täglich, von der türkischen Ägäisküste auf eine der griechischen Inseln zu gelangen. Fast alle wollen weiter nach Westeuropa. Am Samstag brachten zwei Fähren mehr als 4000 Migranten von den Inseln nach Piräus, berichtete das Staatsradio. Am Sonntagmorgen kamen weitere 1700 Migranten in Piräus an. Insgesamt pendeln drei Fähren zwischen den Inseln Lesbos, Kos, Kalymnos und Leros und bringen täglich Tausende Menschen zum Festland. 

dpa


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