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Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric Van Der Sypt, bei einer Pressekonferenz zu den neuesten Festnahmen in Brüssel. Foto: Stephanie Lecocq

Sprecher der Staatsanwaltschaft, Eric Van Der Sypt, bei einer Pressekonferenz zu den neuesten Festnahmen in Brüssel. Foto: Stephanie Lecocq

Terrorismus

Fahndungserfolg: Flughafenattentäter womöglich gefasst

Belgische Terrorfahnder haben möglicherweise einen großen Fang gemacht. Der als "Mann mit dem Hut" gesuchte Terrorverdächtige vom Brüsseler Flughafen könnte gefasst sein.

Brüssel. Zweieinhalb Wochen nach den islamistischen Anschlägen in Brüssel haben Ermittler womöglich den geflüchteten Flughafenattentäter gefasst. Wie die Staatsanwaltschaft am Abend mitteilte, nahm die Polizei einen 31 Jahre alten Belgier mit dem Namen Mohamed Abrini fest.

Er wurde bereits in Zusammenhang mit den Anschlägen in Paris gesucht. Die Ermittler prüften nun, ob Abrini auch der als "Mann mit dem Hut" gesuchte dritte Flughafenattentäter von Brüssel ist.

Bei den Anschlägen am Brüsseler Flughafen und in einem U-Bahn-Wagen waren am 22. März 32 Menschen getötet worden. Die Terrorserie von Paris am 13. November vergangenen Jahres kostete 130 Menschen das Leben. Die Täter der Bluttaten standen nach Erkenntnissen der Ermittler in Verbindung. In beiden Fällen bekannte sich die Terrormiliz Islamischer Staat zu den Anschlägen, die in Syrien, im Irak und in Libyen große Gebiete beherrscht.

Neben Mohamed Abrini wurden in Belgien vier weitere Verdächtige festgenommen. Bei einem von ihnen könnte es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um den Mann handeln, der kurz vor der Explosion in der Brüsseler Metrostation Maelbeek an der Seite des Selbstmordattentäters gesehen wurde. Er soll in einem Einkaufszentrum jene Taschen erworben haben, die später bei den Anschlägen zum Einsatz kamen.

Der Festgenommene mit dem Namen Osama K. wurde nach den bisherigen Ermittlungen am 3. Oktober vergangenen Jahres von dem mutmaßlichen Paris-Terroristen Salah Abdeslam in Ulm in Baden-Württemberg abgeholt und nach Belgien gebracht. Warum sich Osama K., der unbestätigten Medienberichten zufolge die schwedische Staatsangehörigkeit haben soll, in Deutschland aufgehalten haben könnte, blieb zunächst unklar.

Der Franzose Abdeslam galt bis zu seiner Festnahme im vergangenen Monat in Belgien als einer der meistgesuchten Männer in Europa. Er fuhr laut Ermittlern mit Attentätern aus Belgien zu den Anschlägen in Paris, bei denen am 13. November oder später sein Bruder Brahim, der mutmaßliche Drahtzieher Abdelhamid Abaaoud und sieben weitere Terrorverdächtige ums Leben kam.

Spuren von Abrini fanden die Ermittler in zwei Wohnungen in der Brüsseler Gemeinde Schaerbeek. Es seien Fingerabdrücke und DNA sichergestellt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Auch in einem der Renault Clios, die während der Paris-Attentate genutzt wurden, fanden sich Spuren.

Die genaue Rolle von Abrini bei den Terroranschlägen in Paris ist bislang unklar. Er war zwei Tage vor den Attentaten gemeinsam mit dem inzwischen festgenommenen Salah Abdeslam an einer Tankstelle im französischen Ressons an der Autobahn nach Paris gefilmt worden. Er saß am Steuer eines Renault Clio, der bei den Anschlägen in Paris benutzt worden sein soll.

dpa


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