Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Fähre bringt 1300 Flüchtlinge von Kos nach Athen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Fähre bringt 1300 Flüchtlinge von Kos nach Athen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:28 13.08.2015
Flüchtlinge aus Pakistan und Bangladesch in einem verlassenen Hotel auf der griechischen Insel Kos. Quelle: Santi Palacios
Anzeige
Athen

Nach Angaben der Küstenwache wurden im Tagesverlauf weitere 600 Flüchtlinge von verschiedenen anderen Inseln der Ägäis erwartet. Auch sie waren demnach mit regulären Fähren unterwegs, die zwischen Piräus und den Inseln der Ostägäis fahren.

Die Regierung in Athen hatte angekündigt, eine Fähre als Notunterkunft für Flüchtlinge zur Insel Kos schicken zu wollen, um die dramatische Versorgungslage dort zu verbessern. Die Fähre "Eleftherios Venizelos" wurde am Morgen im Hafen von Piräus mit Proviant beladen und sollte am Abend nach Kos auslaufen, wie das griechische Fernsehen berichtete. Dort sollten am Freitagmorgen etwa 2500 Migranten aufgenommen, versorgt und registriert werden.

Auf der Ferieninsel Kos waren in den vergangenen Tagen nach offiziellen Angaben mehr als 7000 Migranten angekommen. Humanitäre Organisationen bezeichneten die Lage als chaotisch, es kam auch zu Ausschreitungen. Ähnlich ist die Situation auch auf anderen Inseln der Ostägäis, etwa auf Samos, Lesbos und Chios.

Nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen, die mit Helfern auf Kos im Einsatz ist, hatten etwa 2000 Menschen am Mittwoch bei drückender Hitze in einem Stadion ausharren müssen, um für ihre Weiterreise registriert zu werden. "Sie waren eingeschlossen, bei sengender Sonne ohne jeden Schutz, hatten kaum Zugang zu Toiletten, kaum Wasser oder Nahrung", teilte Ärzte ohne Grenzen am Donnerstag mit.

Die Polizei sei sehr hart gegen die Menschen vorgegangen, habe auch Tränengas und eine Blendgranate eingesetzt. Dies habe innerhalb des Stadions Panik ausgelöst. Insgesamt 62 Menschen seien medizinisch betreut worden, 4 davon mussten ins Krankenhaus gebracht worden, wie es heißt. Nach einem Bericht der griechischen Zeitung "Kathimerini" setzte die Polizei auch Schlagstöcke und Feuerlöscher gegen die Migranten ein.

"Obwohl Ärzte ohne Grenzen dankbar ist, dass die Situation mehr unter Kontrolle zu sein scheint, sind wir geschockt und entsetzt über die exzessive Gewalt der Polizei und die unverantwortliche Art der Behörden auf Kos angesichts der Flüchtlingssituation in den vergangenen drei Tagen", sagte Constance Thiesen von der Hilfsorganisation.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Am 54. Jahrestag des Mauerbaus hat Berlin an die Opfer der deutschen Teilung erinnert. Bei dem zentralen Gedenken in der Mauer-Gedenkstätte legte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) einen Kranz nieder.

13.08.2015

Ohne Einigung sind Gewerkschaften und Arbeitgeber im Kita-Tarifstreit auseinandergegangen. Sie wollten sich aber Anfang Oktober wieder zusammensetzen und nach einer Lösung im Tarifstreit suchen, sagte der Präsident des kommunalen Arbeitgeberverbandes VKA, Thomas Böhle.

13.08.2015

Zwei Vorwürfe der sexuellen Belästigung und Nötigung gegen Wikileaks-Gründer Julian Assange sind verjährt. Die schwedische Staatsanwaltschaft lasse die Fälle aus dem Jahr 2010 fallen, teilte die Behörde in Stockholm mit.

13.08.2015
Anzeige