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FPÖ-Kandidat Norbert Hofer bekam rund 35 Prozent der Stimmen und lag damit weit vor den anderen fünf Kandidaten. Foto: Filip Singer

FPÖ-Kandidat Norbert Hofer bekam rund 35 Prozent der Stimmen und lag damit weit vor den anderen fünf Kandidaten. Foto: Filip Singer

Wahlen

FPÖ-Sieg bei erster Runde der Präsidentenwahl in Österreich

Der europakritische Slogan "Österreich zuerst" und der Missmut über die rot-schwarze Regierung haben der rechten FPÖ einen Triumph beschert. Alle anderen Kandidaten blieben bei der ersten Runde der Bundespräsidentenwahl unter den Erwartungen.

Wien. Die Rechtspopulisten der FPÖ haben in Österreich bei der Wahl zum Bundespräsidenten einen großen Erfolg erzielt. FPÖ-Kandidat Norbert Hofer bekam nach einer Hochrechnung des Meinungsforschungsinstitutes "ARGE Wahlen" 37,3 Prozent der Stimmen und lag damit weit vor den anderen fünf Kandidaten.

Es ist das bisher beste Ergebnis der FPÖ auf Bundesebene. Da der 45-Jährige die 50-Prozent-Hürde verfehlte, kommt es allerdings am 22. Mai zu einer Stichwahl zwischen den beiden Bestplatzierten.

Um den Einzug in die Stichwahl mussten nach Schließung der Wahllokale zunächst der ehemalige Grünen-Chef Alexander Van der Bellen (72) und die unabhängige Kandidatin Irmgard Griss (69) zittern, die nach der Hochrechnung bei jeweils etwa 18 Prozent lagen.

Ein Debakel wurde die Wahl für die Bewerber der rot-schwarzen Regierung. Rudolf Hundstorfer (SPÖ) und Andreas Khol (ÖVP) kamen auf jeweils nur rund zwölf Prozent. Damit steht fest, dass der nächste Bundespräsident erstmals nicht aus dem Lager der sozialdemokratischen SPÖ oder konservativen ÖVP kommt. Den Bauunternehmer Richard Lugner wählten etwa 2,5 Prozent.

In der Hochrechnung der "ARGE Wahlen" sind die Briefwahlstimmen mit einkalkuliert. Sie werden erst am Montag ausgezählt. Die Hochrechnung beruhte auf 52,3 Prozent der Stimmen.

Die FPÖ hatte unter dem europakritischen Slogan "Österreich zuerst" Stimmung auch in der Flüchtlingsfrage gemacht. Die einst von Jörg Haider dominierte FPÖ wurde aber nach ersten Analysen darüber hinaus zu einem Sammelbecken der Protestwähler ganz generell. "Es war eine Anti-System-Wahl. Die Menschen sind unzufrieden, wie die Demokratie gestaltet wird", sagt der Politikberater Thomas Hofer.

Der FPÖ-Kandidat, ein gelernter Flugzeugtechniker, hatte sich zunächst für zu jung für eine Kandidatur gehalten. FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache überredete den bisher eher unbekannten 45-Jährigen aber dann doch.

Der in den Umfragen hoch gehandelte ehemalige Grünen-Chef Van der Bellen blieb letztlich unter den Erwartungen. Der 72 Jahre alte Wirtschaftsprofessor war als unabhängiger Kandidat mit massiver Unterstützung der Grünen aufgetreten. Unabhängig war auf jeden Fall die Top-Juristin Griss (69), die ihren Wahlkampf aus privaten Spenden finanzierte und für einen liberal-bürgerlichen Kurs steht.

Es wird erwartet, dass das desolate Abschneiden der Kandidaten der Regierungsparteien zu heftigen innerparteilichen Diskussionen bei Sozialdemokraten und Konservativen führen wird.

6,4 Millionen Österreicher ab 16 Jahren waren zur Wahl aufgerufen. Das Staatsoberhaupt wird für sechs Jahre gewählt und kann einmal wieder kandidieren. Amtsinhaber Heinz Fischer scheidet im Juli nach zwei Amtsperioden aus.

dpa


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