Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Ex-Militärdiktator gewinnt Präsidentschaftswahl in Nigeria
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Ex-Militärdiktator gewinnt Präsidentschaftswahl in Nigeria
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:16 31.03.2015
Amtsinhaber Goodluck Jonathan und der Wahlsieger Muhammadu Buhari 8rechts). Quelle: dpa

Jonathan habe ihm seine volle Unterstützung zugesichert, sagte Paul Ibe der Deutschen Presse-Agentur.

Der Muslim Buhari lag laut offiziellen Auszählungsergebnissen aus 35 der 36 Bundesstaaten des bevölkerungsreichsten Landes Afrikas mehr als zwei Millionen Stimmen vor dem 57 Jahre alten Christen Jonathan. Buhari erzielte damit den ersten Sieg der Opposition, seit das ölreiche westafrikanische Land 1999 zur Demokratie zurückgekehrt ist.

Jonathans Eingeständnis der Niederlage kommt große Beduetung zu, da dadurch gewaltsame Auseinandersetzungen zwischen den Anhängern der beiden Kandidaten weniger wahrscheinlich sind. Bei der letzten Wahl kamen nach solchen Ausschreitungen rund 1000 Menschen ums Leben.

In der nördlichen Stadt Kaduna feierten am Abend bereits Hunderte Menschen Buharis Sieg. Seine Anhänger tanzten, umarmten einander und viele ließen ihre Autohupen ertönen. In Abuja machte sich auch schnell Erleichterung breit. "Die Leute haben befürchtet, er würde die Wahl nicht anerkennen und dabei den Weg für Chaos und Blutvergießen bereiten", sagte Oloye Ademola, ein Taxi-Fahrer in der Hauptstadt. Geschäftsmann Emmanuel Obaro sagte, das Land könne auf den demokratischen Machtwechsel stolz sein. "Das ganze Land hat für den Wechsel gestimmt weil die Menschen die schwache Führung Jonathans satt hatten."

Buhari hatte im Wahlkampf versprochen, er werde die grassierende Korruption bekämpfen und den islamischen Terrorismus der Boko Haram ausmerzen. Buhari gewann nach Angaben der Wahlkommission 20 der 36 Bundesstaaten Nigerias. Er sicherte sich rund 15 Millionen Stimmen, Jonathan erhielt nur rund 13 Millionen.

Buhari regierte Nigeria von Ende 1983 für knapp zwei Jahre als Militärdiktator. Er setzte die Verfassung außer Kraft und beschnitt Freiheitsrechte. Seine Regierung konnte die damals bestehenden wirtschaftlichen Probleme jedoch nicht lösen und wurde ihrerseits weggeputscht. Rund 70 Millionen Wahlberechtigte waren am Samstag in dem ölreichen westafrikanischen Land zur Abstimmung aufgerufen.

Die Wahl war ursprünglich bereits für den 14. Februar angesetzt, wurde aber wegen des Terrorfeldzugs von Boko Haram im Nordosten des Landes verschoben. Auch am Wahltag kamen bei Anschlägen etwa 30 Menschen ums Leben. Seit 2009 töteten die sunnitischen Extremisten mindestens 14 000 Menschen.

Nigeria ist der größte Ölexporteur des Kontinents und auch die größte Volkswirtschaft. Die Mehrheit der Nigerianer lebt jedoch immer noch in großer Armut.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kurz vor Ablauf der selbst gesetzten Verhandlungsfrist haben sich die USA eine Verlängerung der Atomgespräche mit dem Iran weiter offen gehalten. Die Gespräche im schweizerischen Lausanne könnten auch am Mittwoch fortgesetzt werden, sagte US-Regierungssprecher Josh Earnest.

31.03.2015

Deutschland und Frankreich wollen nach den gemeinsam durchlittenen Schicksalsschlägen der vergangenen Monate ihre Führungsrolle in Europa ausbauen. Durch den Terroranschlag auf die Zeitschrift "Charlie Hebdo" im Januar in Paris und den Germanwings-Absturz über Frankreich seien beide Länder "in Bewährungsproben enger zusammengerückt", sagte Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Dienstag nach deutsch-französischen Regierungsgesprächen in Berlin.

31.03.2015

Einen Monat nach Beginn einer Großoffensive haben die irakische Armee und Milizen die strategisch wichtige Stadt Tikrit aus den Händen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befreit.

31.03.2015