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Fluggäste warten in der Abfertigungshalle des Flughafens in Scharm el Scheich.

Fluggäste warten in der Abfertigungshalle des Flughafens in Scharm el Scheich. © Beno Schwinghammer

Unfälle

Ermittler untersuchen Geräusch direkt vor Absturz in Ägypten

Nach dem Absturz einer russischen Passagiermaschine in Ägypten verdichten sich Hinweise auf einen Bombenanschlag. Die Ermittler prüfen ein auffälliges Geräusch. Zehntausende Russen warten auf eine Möglichkeit zur Rückreise in die Heimat.

Kairo/Moskau. Eine Woche nach dem Absturz eines russischen Ferienfliegers über dem Sinai konzentrieren sich die Ermittlungen auf ein verdächtiges Geräusch unmittelbar vor der Katastrophe.

Dieses sei "in der letzten aufgenommenen Sekunde des Flugschreibers gehört" worden, sagte der Chef des internationalen Ermittlerteams, Ayman al-Mokadem, am Samstag in Kairo. Die Sequenz müsse nun von Spezialisten untersucht werden. Für Rückschlüsse sei es aber noch zu früh. Ausgeschlossen werde kein Szenario.

Internationale Geheimdiensthinweise legten zuletzt nahe, dass der Airbus A321 der sibirischen Airline Kolavia am Samstag vergangener Woche durch einen Sprengsatz an Bord vom Himmel geholt wurde. Alle 224 Menschen an Bord starben. Kairo beschwerte sich am Samstag, dass Erkenntnisse nicht geteilt worden seien.

Außenminister Samih Schukri erklärte, man werde sich "keine Hypothese zu eigen machen, bevor die Untersuchung nicht abgeschlossenen ist und ein umfassender Bericht die Wahrheit aufdecken kann".

Al-Mokadem betonte, das Ermittlerteam sei immer noch in der Phase der Informationsbeschaffung. Die Trümmerteile des Flugzeugs lägen über eine Länge von 13 Kilometer verstreut, dies könnte auf ein Auseinanderbrechen der Maschine in der Luft hindeuten. Das Wrack solle bald zur weiteren Untersuchung nach Kairo gebracht werden. An den Ermittlungen seien 58 Experten aus Ägypten, Russland, Deutschland, Frankreich und Irland beteiligt.

Am Roten Meer sitzen derweil wegen des russischen Flugverbots nach Ägypten Behördenangaben zufolge rund 80 000 Russen an ihren Urlaubsorten fest. Die meisten von ihnen befänden sich in den Badeorten Hurghada und Scharm el Scheich am Roten Meer, sagte der Chef der Tourismusbehörde, Oleg Safonow, in Moskau. Zehn Maschinen hätten bereits russische Reisende aus Ägypten ausgeflogen, sagte der Leiter des Krisenstabes, Vizeregierungschef Arkadi Dworkowitsch.

Präsident Wladimir Putin hatte am Freitag sämtliche Flüge zwischen Russland und Ägypten einstellen lassen. Zuvor hatten mehrere westeuropäische Länder Flüge nach Scharm el Scheich ausgesetzt.

Die Urlauber zurück nach Russland zu bringen, ist ein organisatorischer Kraftakt, der nach Experteneinschätzung mehrere Wochen dauern könnte. An den ägyptischen Flughäfen beteiligten sich Militärangehörige an der Abfertigung der russischen Touristen für den Rücktransport, sagte Krisenstabchef Dworkowitsch.

Journalisten in Scharm el Scheich berichteten von einer deutlich angespannteren Stimmung am Flughafen der Stadt. Einigen Reportern sei der Zutritt zum Flughafengelände verweigert, Filmaufnahmen seien teilweise untersagt worden. Auch in dem Badeort selbst habe die Armee einen Kontrollpunkt errichtet.

In der Region sitzen auch bis zu 20 000 Briten fest. Eine groß angelegte Rückholaktion der britischen Regierung lief schleppend an.

Ein Passagierjet der britischen Linie Thomson Airways ist Zeitungsberichten zufolge im August beim Landeanflug auf Scharm el Scheich einem Raketentreffer nur knapp entgangen. Der Abstand zur Rakete habe zeitweise lediglich etwa 300 Meter betragen, berichteten "Daily Mail" und "Guardian". Das Verkehrsministerium in London sowie die Fluglinie bestätigten einen Zwischenfall. Ein Ministeriumssprecher meinte, der Zwischenfall stehe vermutlich im Zusammenhang mit einer Übung des ägyptischen Militärs.

dpa


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