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Vor knapp einem Jahr begannen die Pegida-Märsche in Dresden.

Vor knapp einem Jahr begannen die Pegida-Märsche in Dresden. © Matthias Hiekel/Archiv

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Empörung über Angriff auf Journalisten bei Pegida-Demo

Mit der steigenden Zahl der Flüchtlinge erfährt auch Pegida wieder Zulauf. Die Stimmung dort wird zunehmend aggressiv. Neben Asylbewerbern wird nun auch gegen Politiker und Journalisten gehetzt - nicht ohne Folgen.

Dresden. Der gewaltsame Angriff auf zwei Journalisten bei einer Pegida-Demonstration in Dresden sorgt für Empörung. "Dass rechte Demonstranten ungehindert Journalisten schlagen und treten, um dann in der Menge zu verschwinden, ist skandalös", sagte der Vorstandssprecher von Reporter ohne Grenzen, Michael Rediske.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) sprach von einer bedrohlichen Situation. Der Chefredakteur der "Dresdner Neuesten Nachrichten" (DNN), Dirk Birgel, forderte mehr Polizeipräsenz, um den Verfolgungsdruck bei solchen Taten zu erhöhen.

Am Montagabend waren zwei Reporter bei der Kundgebung der fremdenfeindlichen "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" von Unbekannten angegriffen worden. Ein Reporter der DNN bekam einen Faustschlag ins Gesicht, ein MDR-Mitarbeiter wurde getreten.

Außerdem sollen nach einem MDR-Bericht Ausländer von Pegida-Anhängern angepöbelt worden sein. Bereits in der Vorwoche waren aus dem Demonstrationszug heraus jugendliche Teilnehmer eines Schultheaterfestivals beschimpft und bedroht worden.

Linke, SPD und Grüne verurteilten die Taten. "Erneut wurde in dramatischer Weise unter Beweis gestellt, dass die Parole von der "Lügenpresse" keine Meinungsäußerung, sondern eine Kampfansage ist", sagte der medienpolitische Sprecher der Landtagsfraktion der Linken, Falk Neubert.

Für den SPD-Fraktionsvorsitzenden Dirk Panter ist das Ziel der Attacken klar: "Sie sollen einschüchtern und Angst verbreiten." Damit stünden sie in einer Reihe mit Anfeindungen, Drohungen und Tätlichkeiten gegen Asylbewerber, Helfer und Polizisten.

"Dieser gewaltsame Angriff auf zwei Journalisten ist Ausdruck der seit mittlerweile fast einem Jahr vorgetragenen verbalen Gewalt Pegidas auf unser freiheitliches und pluralistisches Mediensystem und ihre Vertreter", sagte die Grünen-Landesvorsitzende Christin Bahnert.

"Ich habe den Eindruck, dass der Verfolgungsdruck der Polizei so gering ist, dass sich Leute ermutigt fühlen, so etwas zu tun, um dann unbehelligt in der Masse zu verschwinden", sagte Chefredakteur Birgel. Seine Redaktion lasse sich davon aber nicht "beeindrucken und schon gar nicht einschüchtern".

Die Polizei sieht indes keinen Grund für eine Änderung der Einsatzplanung für die wöchentlichen Demonstrationen. Allerdings werde mit steigender Teilnehmerzahl auch die Polizeipräsenz erhöht.

Vor dem Hintergrund der Flüchtlingskrise hatte Pegida in den vergangenen Wochen wieder mehr Zulauf gehabt. Am Montag liefen laut einer am Dienstag veröffentlichten Videoanalyse der Studentengruppe "Durchgezählt" bis zu 7500 Menschen bei der Demonstration mit.

dpa


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