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Deutschland/Welt Eins zu Null für Langeoog
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17:19 12.08.2018
ERFOLG: Maike und Michael Recktenwald aus Langeoog klagen gegen die EU Quelle: Foto: Rückerl
Langeoog

Eins zu Null für Langeoog gegen Brüssel: Die von mehreren Mittelstandsfamilien geführte Klage gegen die Europäische Union wegen ihrer unzureichenden Klimapolitik hat die erste Hürde genommen und wurde zugelassen. Zu den Klägern gehört die Familie Recktenwald aus Langeoog.

„Ich habe noch gar nicht mit einer Entscheidung gerechnet“ sagte am Sonntag Hotelierin Maike Recktenwald (44) der NP. „Wir freuen uns riesig über diesen wirklich mächtigen, aber eben auch ersten Schritt – und stehen aber irgendwie auch neben uns.“ Dieser Sommer sei ja sehr präsent, sprich heiß. „Und dann denkt man: Ist das alles noch rechtzeitig?“

Dieser Sommer hat es für Maike und Michael Recktenwald (53) aber auch persönlich in sich: Die Hitze 2018 treibt noch mehr Besucher auf ihre Insel Langeoog ist, neben den Urlaubern kommen Fernsehteams und weitere Journalisten, um die Gastronomen zu interviewen. Denn ihre Klage ist weltweit einzigartig.

Die unverhoffte Prominenz ist Maike Recktenwald auch nicht ganz geheuer. „Ich bin schon ziemlich geflasht von der Aufmerksamkeit. Das Thema ist total wichtig und wir freuen uns, dass es an Aufmerksamkeit gewinnt“, erklärt sie ihren inneren Zwiespalt. „Aber wir haben ja auch unsere Betriebe, unser Team und die Familie, denen wir gerecht werden müssen.“

Eine Anfrage aus dem Büro von Anne Will wurde abgelehnt, „die konnten das gar nicht glauben, dass wir nicht kommen wollen. Aber es regnet ja keine Köche und Kellner vom Himmel“. Mit der Zulassung der Klageschrift klingelt das Telefon natürlich wieder häufiger und die engagierten Klimaschützer freuen sich natürlich auch darüber, dass „das Netzwerk immer größer wird, das ist grandios“. Es gebe so viele Menschen, „die wollen, dass sich etwas verändern. Täglich kommen Rückmeldungen“. Schließlich gehe es bei der Klage ja auch nicht nur um die vom Klimawandel bedrohte Nordseeinsel, „sondern um uns alle. Wir dürfen jene sein, die das durch die Klage ein bisschen präsenter machen“, so Maike Recktenwald.

Initiator der Klage ist der Bremer Rechtsprofessor Gerd Winter (75), er hatte gemeinsam mit Umweltschutzorganisationen die insgesamt neun Familien aus Deutschland, Portugal und den Fiji-Inseln ausgesucht. „Die Familien leben jeweils in Verhältnissen, die vom Klimawandel betroffen sind. Sie leben entweder dort, wo zu wenig Wasser durch Dürren oder zu viel Wasser durch Überschwemmungen und Meeresspiegelanstieg ist“, hatte er im NP-Interview gesagt. Verklagt sind der Rat der EU und das Parlament als Gesetzgeber.

Von Petra Rückerl

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