Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Einkommen in Deutschland ungleich verteilt
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Einkommen in Deutschland ungleich verteilt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:48 25.01.2016
Villen im Hamburger Nobelstadtteil Blankenese. Quelle: Carsten Rehder/Archiv
Anzeige

Berlin (dpa) - Die Ungleichheit bei der Verteilung des Vermögens in Deutschland hat in den vergangenen zehn Jahren zugenommen. So verfügten die oberen zehn Prozent der Haushalte nach den jüngsten Daten 2013 über 51,9 Prozent des Nettovermögens, zehn Jahre zuvor waren es noch 49,4 Prozent.

Die unteren 50 Prozent der Haushalte verfügten 2013 nur über 1 Prozent des Nettovermögens, 2003 waren es noch 2,6 Prozent. Diese vom Bundessozialministerium im Internet veröffentlichten Daten nannte zuerst die "Passauer Neue Presse".

Vergleicht man jüngsten Zahlen mit denen von 1998, werden die Unterschiede noch deutlicher. Damals verfügten die reichsten zehn Prozent "nur" über 45,1 Prozent des Vermögens, die unteren 50 Prozent über 2,9 Prozent.

Allerdings drehte sich der Trend bei den reichsten Haushalten zuletzt um. 2008 hatten sie noch einen Prozentpunkt mehr des Nettovermögens als 2013, nämlich 52,9 Prozent. Die unteren zehn Prozent der Haushalte hatten 2008 noch 1,2 Prozent. Die Daten werden alle fünf Jahre vom Statistischen Bundesamt erhoben.

Die Zahlen sollen in den Fünften Armuts- und Reichtumsbericht eingehen, der laut Ministerium voraussichtlich in diesem Jahr vorgelegt werden soll. Öffentlich verfügbar habe das Ministerium die Zahlen bereits im vergangenen Mai gemacht, so ein Sprecher.

DGB-Vorstandschef Reiner Hoffmann machte eine ungerechte Steuerpolitik für die Schere zwischen Arm und Reich mitverantwortlich. Kapitaleinkünfte würden zu gering besteuert, Arbeitslohn zu hoch, sagte er in Berlin.

Die Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann sagte der Zeitung: "In Deutschland findet eine enorme Umverteilung von unten nach oben statt." Sie forderte eine Millionärssteuer, bei der die erste Million des Vermögens steuerfrei bleibt und dann fünf Prozent Steuern erhoben werden. Der Präsident des Sozialverbands Deutschland, Adolf Bauer, forderte, das Problem der Ungleichheit auf die politische Tagesordnung zu setzen.

"Es wird besser statt schlimmer", betonte hingegen das arbeitgebernahen Institut der deutschen Wirtschaft mit Blick auf den Vergleich 2008-2013 und weitere Daten. Die ungleiche Verteilung der Vermögen habe eher abgenommen.

Immer wieder werden auch die reichsten Menschen in Deutschland genannt. So bleibt die Industriellenfamilie Quandt nach einem Artikel des "Manager Magazins" vom Oktober die reichste. Auf Platz zwei der Liste folgen Georg und Maria-Elisabeth Schaeffler, Eigentümer des gleichnamigen Maschinenbauers und Großaktionäre beim Autozulieferer Continental. Die Aldi-Eigentümer sind als einstmals reichste Deutsche auf der Rangliste der Superreichen etwas abgerutscht.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

In Frankreich sind nach Angaben von Innenminister Bernard Cazeneuve im vergangenen Jahr mehrere mit den Pariser Terroranschlägen vergleichbare Attacken vereitelt worden.

25.01.2016

Im Streit über die Teilnehmer der anstehenden Syrienverhandlungen hat sich Norbert Röttgen (CDU) für eine Beteiligung islamistischer Rebellen ausgesprochen. Wenn man ein relevantes Verhandlungsergebnis wolle, dann müsse man mit denjenigen reden, die vor Ort Macht ausübten, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag im Deutschlandfunk.

25.01.2016

Viel Zeit geht in den Jobcentern für Bürokratie und Berechnung drauf - an Jobs kommen Arbeitslose dadurch nicht. Rechtzeitig zum Ansturm von Flüchtlingen will die Koalition etwas tun.

25.01.2016
Anzeige