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Deutschland/Welt Ein Plagiat? Berliner Uni prüft Giffeys Doktorarbeit
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Ein Plagiat? Berliner Uni prüft Giffeys Doktorarbeit
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19:47 08.02.2019
Franziska Giffey (SPD), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend hat Probleme mit ihrer Abschlussarbeit. Quelle: imago/Jens Schicke
Berlin

Wegen eines Plagiatsverdachts prüft die Freie Universität Berlin (FU) die Doktorarbeit von Familienministerin Franziska Giffey. Die SPD-Politikerin hat die Hochschule selbst um diese Prüfung gebeten, wie das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ berichtete. Die Universität erklärte, sie werde dieser Bitte nachkommen und „in Kürze ein entsprechendes Verfahren einleiten“. Giffey wies ein bewusstes Plagiat zurück: „Ich habe diese Arbeit nach bestem Wissen und Gewissen verfasst“, sagte sie.

Plagiatsjäger wurden mehrfach fündig

Dem Bericht zufolge untersuchen die Plagiatsjäger der Webseite VroniPlag Giffeys Arbeit. Gefunden hätten sie zahlreiche wörtliche oder sinngemäße Textübernahmen, die nicht gekennzeichnet seien. „Nach meinem bisherigen Eindruck ist das ein ernstzunehmender Fall“, sagte der Jurist und VroniPlag-Akteur Gerhard Dannemann dem Magazin.

Giffey promovierte von 2005 bis 2009 im Bereich Politikwissenschaft am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Ihre Dissertation verfasste sie zum Thema „Europas Weg zum Bürger – Die Politik der Europäischen Kommission zur Beteiligung der Zivilgesellschaft“. Von 2015 bis zu ihrem Wechsel in die Bundesregierung 2018 war Giffey Bürgermeisterin des Berliner Bezirks Neukölln.

Bereits mit ihrem Wechsel in die Bundesregierung geriet Giffey erstmals mit kleinen Tricksereien in die Schlagzeilen: Sie hatte den Lebenslauf auf ihrer Homepage aufgehübscht. Damals wurde aus einem schnöden Praktikum bei der Parlamentarischen Versammlung der Europarats in Straßburg eine „Mitarbeit“. Ähnlich verfuhr sie bei einem Praktikum in der Landesvertretung Berlin in Brüssel.

Zwei Minister verloren bereits ihr Amt

Immer wieder sehen sich Politiker mit Fälschungsvorwürfen konfrontiert. Der prominenteste Fall ist Ex-Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU), dem 2011 die Übernahme ganzer Passagen aus fremden Doktorarbeiten nachgewiesen wurde. Zunächst bestritt er die Vorwürfe, zwei Wochen später war er sein Amt los.

Und auch die ehemalige Bundesbildungsministerin und Merkel-Vertraute Annette Schavan (CDU) wurde 2013 der Täuschung in ihrer Abschlussarbeit überführt. Auch sie räumte ihren Ministersessel.

In beiden Fällen war VroniPlag, die nun auch Giffey ins Visier genommen haben, die treibende Kraft. Benannt ist die Plattform nach der Tochter von Edmund Stoiber (CSU), die als erste einer massiven Fälschung überführt wurde.

Vor kurzem hat es Frank Steffel getroffen

Es sind aber nicht nur Minister, die der Versuchung erliegen, sich einen Doktortitel zumindest teilweise zu erschleichen. Auch die FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin ist dieser Versuchung erlegen. Und vor einen Tagen wurde auch dem CDU-Bundestagsabgeordneten Frank Steffel seine Doktorwürde aberkannt.

Von RND/cb

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