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Nikolaus Schneider, Vorsitzender des Rates der EKD, und Kanzlerin Merkel bei der Jahrestagung der EKD-Synode.

Nikolaus Schneider, Vorsitzender des Rates der EKD, und Kanzlerin Merkel bei der Jahrestagung der EKD-Synode. © Axel Heimken

Kirchen

EKD-Synode: Merkel verteidigt Religionsfreiheit

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat die Religionsfreiheit als elementares Menschenrecht bezeichnet und beklagt, dass dieses nicht überall geachtet werde."Fanatismus, Einschränkung von Glaubensfreiheit, Geringschätzung von Glauben - das ist Teil unserer Welt", sagte Merkel am Montag auf der Jahrestagung der EKD-Synode im Ostseebad Timmendorfer Strand bei Lübeck.

Timmendorfer Strand. k. Christen seien weltweit die am meisten verfolgte Glaubensgemeinschaft.

Die Protestantin Merkel ermunterte zu einem ökumenischen Herangehen an das Jubiläum 500 Jahre Reformation, auch wenn Katholiken und Protestanten sich für 2017 noch nicht auf einen Rahmen in Form eines Gedenkens oder einer Feier hätten einigen können. "Ich denke, dass wir in einer säkulären Welt das Gemeinsame der christlichen Religion in den Vordergrund stellen dürfen."

Merkel äußerte vor den 130 Delegierten der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) die Hoffnung, dass von der Jubiläumsfeier auch ein missionarischer Impuls in Deutschland ausgeht. Sie hoffe, dass so auch glaubensferne Menschen erreicht werden könnten.

Martin Luther hatte am 31. Oktober 1517 in Wittenberg mit der Veröffentlichung seiner 95 Thesen etwa gegen den Ablasshandel die Reformation der abendländischen Kirche ausgelöst. In deren Zuge kam es zur Aufspaltung in verschiedene Konfessionen. Die EKD will das Jubiläum feiern, der Stand der Vorbereitungen ist ein Schwerpunkt auf der Tagung des Kirchenparlaments, die noch bis Mittwoch dauert.

Europäische Kirchen sprachen sich für eine internationale Würdigung des Jubiläums aus. "Protestantismus und Reformation waren eine gesamteuropäische Bewegung", sagte Thomas Wipf von der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa. Auf dem ganzen Kontinent habe es Brennpunkte der Reformation gegeben, nicht nur in Wittenberg. Diese globale Dimension müsse bei der Gestaltung der Feierlichkeiten berücksichtigt werden. "Ich plädiere dafür, Luther nicht zum Heiligen der Reformation zu machen und damit zu überhöhen", sagte Wipf.

Die Synodalen diskutierten über eine Resolution, in der es um theologische Impulse für die kommenden fünf Jahre bis zum Jubiläum geht. Dabei wurde deutlich, dass es bei der angestrebten Einbindung der katholischen Kirche noch keine einheitliche Linie gibt.

Der Hamburger Erzbischof Werner Thissen bekräftigte als Gast der Synode die Bereitschaft der katholischen Kirche zu einem gemeinsamen Gedenken. Da der Thesenanschlag Luthers die Kirchenspaltung nach sich gezogen habe, tue die katholische Kirche sich mit einer Jubelfeier 2017 zwar schwer. "Umso mehr liegt mir daran (...), dass wir im Zugehen auf das Jahr 2017 nicht die Spaltung, sondern das Miteinander vermehren." Die katholische Kirche spricht nicht vom Reformationsjubiläum, sondern von einem Reformationsgedenken.

dpa


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