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Vergangene Woche wurde eine Pressekonferenz im Präsidentenpalast in der Hauptstadt Juba jäh durch nahe Gefechte unterbrochen.

Vergangene Woche wurde eine Pressekonferenz im Präsidentenpalast in der Hauptstadt Juba jäh durch nahe Gefechte unterbrochen. © str

Konflikte

Deutsche sollen Südsudan verlassen

Die Lage im Südsudan ist angespannt. Zehntausende sind vor Kämpfen geflohen. Deutsche sollen das Land, das weiter am Rande eines neuen Bürgerkriegs steht, verlassen.

Juba. Nach den heftigen Kämpfen der vergangenen Tage im Südsudan sollen deutsche Staatsbürger aus dem ostafrikanischen Krisenstaat ausgeflogen werden.

Die Aufforderung zum Verlassen des Landes sei auf die Entscheidung eines Krisenstabs der Bundesregierung hin erfolgt, hieß es in einer Mitteilung aus der deutschen Botschaft im Südsudan. Die Lage in der Hauptstadt Juba beruhigte sich zunächst wieder; die Waffen schweigen.

Eine Evakuierung werde dringend empfohlen, die Abflugzeiten seien jedoch noch nicht bekannt, hieß es in der Mitteilung der Botschaft. Von Mittwoch an solle es Flüge nach Uganda geben, erklärte ein Botschaftsmitarbeiter dem deutschen Fotografen Gregor Fischer, der sich in Juba aufhielt. Ihm sei geraten worden, das Land zu verlassen, weil es in wenigen Tagen vielleicht keine Möglichkeit mehr dazu geben könnte. Internationale Fluggesellschaften hatten ihre Flüge nach Juba am Sonntag eingestellt.

Nach der Anordnung einer Waffenruhe durch Südsudans Präsident Salva Kiir beruhigte sich die Lage. "Die Soldaten respektieren die Waffenruhe", sagte Militärsprecher Lul Ruai Koang am Dienstag.

 

Einzelne Läden und Märkte waren geöffnet, Menschen wagten sich nach tagelangen Gefechten wieder auf die Straße, berichteten Augenzeugen.

 

In Wau, im Nordosten des Landes, dauerten Gefechte Bewohnern zufolge am Dienstagmorgen noch an.

Kurz vor dem fünften Jahrestag der Unabhängigkeit der jüngsten Nation der Welt waren seit Freitag heftige Kämpfe zwischen regulären Streitkräften und ehemaligen Rebellen ausgebrochen. Dabei wurde nach Regierungsangaben mindestens 270 Menschen in Juba getötet.

Ex-Rebellenführer und Vizepräsident Riek Machar hatte sich zunächst nicht zu der am Montagabend verkündeten Waffenruhe geäußert. Er wisse nicht, wo Machar sich derzeit aufhalte, und könne sich zur Waffenruhe nicht äußern, sagte einer seiner Sprecher. Ein hochrangiger Militärangehöriger sagte am Dienstagabend, dass die Truppen von Machar der angeordneten Waffenruhe folgen würden.

Machar sei im Land und habe weiterhin die Kontrolle über die Ex-Rebellen, sagte der hochrangige Militärangehörige James Kong Chol am Telefon. Er habe sich nicht der Regierung ausgeliefert, wie einzelne Medien berichteten, sagte Chol. "Wir sind nicht nach Juba gekommen, um zu kämpfen, sondern um das Friedensabkommen umzusetzen."

Präsident Kiir forderte Machar unterdessen zu Gesprächen auf. Er warte im Präsidentenpalast auf jeden, der zu einem Dialog zur Festigung des Friedens bereit sei, ließ er durch seinen Sprecher Ateny Wek Ateny mitteilen.

Mindestens 36 000 Menschen wurden nach Angaben der Vereinten Nationen

 

(UN) durch die jüngsten Kämpfe in die Flucht getrieben. Ihre Versorgung mit lebensnotwendigen Hilfsgütern sei angesichts der angespannten Lage schwierig, sagte ein Sprecher des UN-Flüchtlinshilfswerks (UNHCR) am Dienstag in Genf. Gleichzeitig rief das UNHCR zur Öffnung der Grenzen auf.

Das ostafrikanische Land war Ende 2013 in einen Bürgerkrieg gestürzt.

 

Seither haben Zehntausende Menschen ihr Leben verloren, rund 2,5 Millionen weitere sind nach UN-Angaben auf der Flucht.

 

dpa


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