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Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, warnt vor der Jerusalem-Entscheidung der USA.

Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman Mazyek, warnt vor der Jerusalem-Entscheidung der USA.
© dpa

Zentralrat

Deutsche Muslime warnen vor Israel-Entscheidung

„Es darf kein Recht des Stärkeren geben, sondern nur das Recht auf Frieden für alle im Heiligen Land“, sagt Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Auch SPD-Chef Schulz kritisiert Trumps Pläne.

Berlin. Der Zentralrat der Muslime in Deutschland warnt vor einer Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch die USA. „Für Juden, Christen und Muslime ist Jerusalem heilig, und deshalb muss alles getan werden, damit nicht durch einseitige Schritte erneut die Situation zur Eskalation gebracht wird“, sagte der Zentralrats-Vorsitzende Aiman Mazyek dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Mittwoch. „Es darf kein Recht des Stärkeren geben, sondern nur das Recht auf Frieden für alle im Heiligen Land, dann wird sich aus dem mittlerweile Jahrzehnte andauernden Konflikt, der nur Verlierer kennt, das Blatt wenden“, betonte Mazyek.

Weltweit Empörung und Sorge

SPD-Chef Martin Schulz hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, mit der angekündigten Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels die internationale Stabilität zu untergraben. „Erreichte Fortschritte sind damit in Gefahr“, sagte er am Mittwoch auf einer außenpolitischen Konferenz in der SPD-Zentrale in Berlin. Schulz bekräftigte, dass aus deutscher Sicht die Zwei-Staaten-Lösung mit nebeneinander existierenden israelischen und palästinensischen Staaten der einzige Weg zu Frieden im Nahen Osten sei.

Trump stelle „die Grundpfeiler einer freiheitlichen globalen Grundordnung infrage“. Vor dem Hintergrund einer solchen Entwicklung müssten die Europäer zu einer eigenen gemeinsamen Sicherheitspolitik kommen. Der US-Präsident will seine Entscheidung am Mittwochabend offiziell bekanntgeben. Die Ankündigung des Weißen Hauses hat weltweit große Empörung und Sorge ausgelöst.

Am Dienstag hatte auch Bundesaußenminister Sigmar Gabriel Sorge geäußert: „Eine ganze Reihe von Mitgliedstaaten haben ihrer Sorge Ausdruck verliehen, und das gilt auch für uns, dass die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels nicht einen Konflikt beruhigt, sondern eher ihn noch einmal anheizt“, so Gabriel nach einem EU-Treffen mit US-Außenminister Rex Tillerson in Brüssel.

Von Marina Kormbaki/RND/dpa


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