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Deutschland/Welt Der Papst geht mit Mexikos Kirche hart ins Gericht
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21:24 13.02.2016
Tausende jubeln Papst Franziskus in Mexiko-Stadt zu - gleichzeitig machen Tausende Fotos und Videos. Franziskus kritisiert zum Auftakt seines Besuchs in Mexiko Korruption und eine fehlende gesellschaftliche Solidarität. Quelle: Jorge Nunez
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Mexiko-Stadt

Papst Franziskus hat bei seinem ersten Besuch in Mexiko die dortige Kirche scharf kritisiert. Das Land brauche keine "Fürsten", sondern Botschafter des Herrn, sagte das Oberhaupt der katholischen Kirche während einer Rede vor den Bischöfen des Landes in Mexiko-Stadt.

Die als sehr konservativ geltende mexikanische Kirche mahnte der 79-jährige Jesuit zu mehr sozialem Engagement. "Wenn Ihr kämpfen müsst, dann kämpft", sagte Franziskus an die Adresse der mehr als 170 mexikanischen Bischöfe.

Konkret forderte der Papst die katholischen Priester zu einem entschlosseneren Kampf gegen die Drogenkartelle auf. "Ich bitte euch, die ethische und zivile Herausforderung nicht zu unterschätzen, die der Drogenhandel für die mexikanische Jugend und die gesamte Gesellschaft darstellt", sagte der Argentinier.

Das Ausmaß des Drogenproblems erfordere von den katholischen Hirten mehr als nur allgemeine Verurteilungen, sagte er weiter. Nötig seien "ein prophetischer Mut" und ein qualifiziertes soziales Projekt der Kirche. Die mexikanischen Geistlichen forderte er auch zur Achtung der indigenen Ureinwohner des Landes auf.

"Die Indios Mexikos warten immer noch, dass ihr Beitrag zum Reichtum des Landes anerkannt wird", sagte er. An anderer Stelle mahnte er, die katholische Kirche dürfe sich in Mexiko nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen. Als Teil seines mehrtägigen Besuches in dem Land will Franziskus am Montag auch die indigene Provinz Chiapas besuchen. Die Region im Südosten gilt als eine der ärmsten Mexikos.

In dem lateinamerikanischen Land tobt seit Jahren zudem ein blutiger Krieg zwischen dem Staat und mächtigen Drogenkartellen, die sich auch gegenseitig mit grausamer Härte bekämpfen. Nach Schätzungen sind in den vergangenen 10 Jahren rund 100 000 Menschen wegen des Konflikts getötet worden. Auch Dutzende Geistliche sind der Gewalt zum Opfer gefallen.

dpa

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