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Nach der offiziellen Lehrstellenbilanz des Bundesinstituts für Berufsbildung ist 2012 die Entspannung auf dem Lehrstellenmarkt ins Stocken geraten.

Nach der offiziellen Lehrstellenbilanz des Bundesinstituts für Berufsbildung ist 2012 die Entspannung auf dem Lehrstellenmarkt ins Stocken geraten. © dpa / Archiv

Arbeitsmarkt

DGB-Vize: Mehr Lehrstellen-Chancen für Hauptschüler nötig

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hat die Unternehmen aufgefordert, leistungsschwächere Jugendliche bei der Lehrstellen-Vergabe nicht auszuschließen.In vielen Ausbildungsberufen hätten junge Leute mit niedrigen Schulabschlüssen - etwa einer Hauptschule - kaum noch Chancen, sagte die DGB-Vizevorsitzende Ingrid Sehrbrock der Nachrichtenagentur dpa.

Berlin. . Viele Lehrberufe seien schon beim Zugang von vornherein für lernschwächere Jugendliche "faktisch abgeschottet". Aber auch diese Jugendlichen müssten die Möglichkeit erhalten, eine qualifizierte Berufsausbildung zu machen.

Nach der offiziellen Lehrstellenbilanz des Bundesinstituts für Berufsbildung ist 2012 die Entspannung auf dem Lehrstellenmarkt ins Stocken geraten. Es wurden 551 300 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen - 18 100 oder 3,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damit wurde nach 2005 der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung erzielt. Das Lehrstellenangebot ging im Vergleich zum Vorjahr um 2,4 Prozent zurück. 76 000 Jugendliche fanden keinen Ausbildungsplatz - 5,4 Prozent mehr als im Vorjahr.

Nach Aussage des Deutschen Industrie und Handelskammertages (DIHK) liegt der Rückgang bei den Neuverträgen nicht an der mangelnden Ausbildungsbereitschaft der Betriebe, sondern an der geringen Anzahl von Bewerbern. Der DIHK-Vize-Hauptgeschäftsführers Achim Dercks sagte, bei den Nachvermittlungsaktionen der Kammern und der Arbeitsagenturen könnten den erschienenen Jugendlichen im Schnitt sechs betriebliche Lehrstellen angeboten werden. Aufgrund des demografischen Wandels habe der DIHK bereits im Frühjahr einen Rückgang bei den Vertragsabschlüssen prognostiziert.

DGB-Vize Sehrbrock bezeichnete dagegen den von der Wirtschaft beklagten Fachkräftemangel als "hausgemacht". "Während Arbeitgeber über fehlende Fachkräfte lamentieren, fahren gleichzeitig viele Betriebe ihre Ausbildungsplätze zurück." Ein Teil der 76 000 unversorgten Jugendlichen halte sich derzeit mit Praktika, Einstiegsqualifizierungen und Bewerbungstrainings über Wasser - bei nur 33 000 offenen Angeboten, sagte Sehrbrock. Die Zahl der unversorgten Bewerber übersteige damit in diesem Jahr die Zahl der offenen Plätze um mehr als das Doppelte.

Gleichzeitig verfügten 2,2 Millionen junge Menschen im Alter von 20 bis 34 Jahren über keine abgeschlossene Ausbildung, sagte Sehrbrock. "Diese abgehängte Generation wird kaum ihren eigenen Lebensunterhalt selbst verdienen können."

dpa


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