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Blick auf eine Insel der Spratly-Inselgruppe im Südchinesischen Meer: Peking ließ hier militärische Anlagen und Landebahnen bauen.

Blick auf eine Insel der Spratly-Inselgruppe im Südchinesischen Meer: Peking ließ hier militärische Anlagen und Landebahnen bauen. © Rolex Dela Pena/Archiv

Konflikte

China lädt G7-Diplomaten wegen Inselstreit vor

Chinas territoriale Ansprüche belasten zunehmend das Verhältnis zu Deutschland und den anderen G7-Staaten. Ihren Aufruf für eine friedliche Beilegung des Inselstreits weist Peking brüsk zurück.

Peking. Aus Protest gegen ihren Appell zur Beilegung des Territorialstreits im Süd- und Ostchinesischen Meer hat China hohe Diplomaten der G7-Staaten ins Außenministerium einbestellt.

Japans Botschafter sowie den deutschen und anderen Gesandten der sieben großen Industrienationen (G7) wurde jeweils ein "formeller Protest" übermittelt, wie die Deutsche Presse-Agentur aus diplomatischen Kreisen in Peking erfuhr.

Zuvor hatte sich Chinas Regierung schon empört über die G7-Außenminister gezeigt, die zum Abschluss ihrer Beratungen am Vortag im japanischen Hiroshima ihre Sorge über die Spannungen geäußert und eine "friedliche" Lösung des Inselstreits angemahnt hatten. Ohne China namentlich zu erwähnen, lehnten die G7-Minister entschieden "einschüchternde, zwangsweise oder provokative einseitige Maßnahmen" ab, die den Status quo verändern könnten.

Offenbar weil Japan gegenwärtig die Präsidentschaft in der G7-Gruppe innehat und die Beziehungen zu Tokio ohnehin angespannt sind, wurde sein Botschafter vorgeladen. Die Einberufung der Botschaftervertreter, der Deutschland und die anderen Staaten nachkommen mussten, ist eine leicht abgeschwächte Form des diplomatischen Protestes. Neben Japan gehören die USA, Deutschland, Kanada, Großbritannien, Frankreich und Italien zu der Gruppe.

Zuvor hatte Chinas Außenamtssprecher Lu Kang scharfe Kritik geäußert. Die G7-Staaten sollten "unverantwortliche Bemerkungen und Taten" unterlassen. Auch sollten sie ihre Zusage einhalten, sich in dem Inselstreit nicht auf eine Seite zu stellen. Es liege völlig in Chinas Souveränität, Einrichtungen auf seinen Inseln zu bauen, sagte der Sprecher. Auch sei die Freiheit der Navigation gesichert. Angesichts der schlechten Weltkonjunktur sollten sich die G7 lieber um Wirtschaftsfragen kümmern, "anstatt Streitigkeiten hochzuspielen."

China streitet mit Japan um Inseln im Ostchinesischen Meer. Auch sorgen seine Ansprüche im Südchinesischen Meer für Spannungen mit den Philippinen, Brunei, Malaysia, Vietnam und Taiwan. In den Seegebieten, in denen die US-Marine kreuzt, liegen Rohstoffvorkommen und wichtige Schifffahrtsrouten. Peking ließ künstliche Inseln aufschütten sowie militärische Anlagen und Landebahnen bauen, um über diese Außenposten seine Ansprüche zu untermauern. "Damit schafft China neue Fakten und verändert den Status quo", sagte ein Diplomat.

Ein scharfer Kommentar der chinesischen Staatsagentur Xinhua warf Japan vor, die diesjährige G7-Präsidentschaft für seine Zwecke zu missbrauchen und sich im Südchinesischen Meer einzumischen, um Chinas Einfluss "einzudämmen". China befürchtet nach Ansicht von Diplomaten, dass der Inselstreit auch den G7-Gipfel der Staats- und Regierungschefs am 26. und 27. Mai im japanischen Ise-Shima dominieren könnte.

China hält in diesem Jahr selbst erstmals die Präsidentschaft in der umfassenderen Gruppe der 20 führenden Industrienationen und Schwellenländer (G20) und lädt Anfang September zum Gipfeltreffen ins ostchinesische Hangzhou ein.

dpa


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