Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt China bleibt Hinrichtungsstaat Nummer eins
Nachrichten Politik Deutschland/Welt China bleibt Hinrichtungsstaat Nummer eins
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:55 10.04.2013
Hinrichtungszelle in einem Gefängnis in Texas. Quelle: Paul Buck /Archiv
Anzeige
Berlin

Demnach ließ der Staat in China mehrere tausend verurteilte Verbrecher töten. Im Rest der Welt gab es mindestens 682 Hinrichtungen - zwei mehr als im Jahr zuvor. Nach längerer Pause wurden auch in Demokratien wie Japan und Indien wieder Todesurteile vollstreckt.

Der einmal pro Jahr erscheinende Amnesty-Bericht gilt als weltweit zuverlässigste Quelle zur Todesstrafe. Die Zahlen basieren auf offiziellen Angaben und Schätzungen von Experten. Auf Platz zwei der "Henkerstaaten-Statistik" lag wieder der Iran, wo mindestens 314 Menschen gehenkt wurden. Es folgen der Irak (129), Saudi-Arabien (79), die USA (43) und der Jemen (28). In Weißrussland - dem einzigen europäischen Staat mit der Todesstrafe - gab es drei Exekutionen. Mit Ausnahme der USA sind das alles Mindestzahlen.

Auf eine genaue Statistik für China verzichtet Amnesty schon seit Jahren, weil die Daten zur Todesstrafe dort praktisch als Staatsgeheimnis behandelt werden. Nur in Ausnahmefällen - wie bei der Exekution von vier Ausländern Ende Februar, über die das Staatsfernsehen berichtete - wird darüber nicht geschwiegen. In dem Bericht ist jedoch von "Tausenden" Hinrichtungen die Rede. Andere Menschenrechtler gehen von 4000 bis 8000 Hinrichtungen aus.

Mehr als zwei Drittel der insgesamt 193 Mitgliedsländer der Vereinten Nationen haben die Todesstrafe per Gesetz abgeschafft oder verzichten darauf. Im vergangenen Jahr ließen noch insgesamt 21 Staaten hinrichten - genau so viele wie 2011. Allerdings kehrten mehrere Länder wie Japan, Indien, Gambia oder Kuwait nach zum Teil jahrzehntelanger Pause zu Exekutionen zurück. Zudem gab es weltweit mehr als 1700 neue Todesurteile.

Trotzdem glaubt Amnesty weiterhin an einen allgemeinen Trend weg von der Todesstrafe. "Der Rückschritt, den wir in einigen Ländern feststellen musste, ist enttäuschend. Aber das kehrt den allgemeinen Trend nicht um", sagte Amnesty-Generalsekretär Salil Shetty. "In den meisten Teilen der Welt gehören Hinrichtungen der Vergangenheit an."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Ihre Brüste kennt jetzt vermutlich die halbe Welt: Die ukrainische Aktivistin Alexandra Schewtschenko war am Montag mit nacktem Oberkörper auf Russlands Präsidenten Wladimir Putin zugerannt. Jetzt erklärt die 24-Jährige im NP-Interview, warum sie blankzog.

12.04.2013

Der frühere Bundespräsident Christian Wulff will um seinen Ruf kämpfen: Am Dienstag lehnte er das Angebot der Staatsanwaltschaft Hannover ab, die Korruptionsermittlungen gegen Zahlung von 20 000 Euro einzustellen.

09.04.2013

Für Steuerbetrüger wird es in Europa immer enger: Österreich kündigte am Dienstag eine mögliche Abschaffung seines umstrittenen Bankgeheimnisses für Ausländer an.

09.04.2013
Anzeige