Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt CIA-Chef Petraeus nach außerehelicher Affäre zurückgetreten
Nachrichten Politik Deutschland/Welt CIA-Chef Petraeus nach außerehelicher Affäre zurückgetreten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:25 09.11.2012
CIA-Chef David Petraeus wurden von Beobachtern Chancen für das Ressort Verteidigung im nächsten Obama-Kabinett eingeräumt. Quelle: Michael Reynolds / Archiv
Anzeige
Washington

Präsident Barack Obama würdigte in einer Erklärung die langjährigen Verdienste von Petraeus und bestätigte den Rücktritt.

Der frühere Oberbefehlshaber im Irak und in Afghanistan teilte in einem Schreiben an seine Mitarbeiter mit, er habe um seine Demission gebeten. Der CIA war zuletzt im Zusammenhang mit der Ermordung des US-Botschafters in Libyen eine falsche Informationspolitik vorgeworfen worden.

Obama ging in seiner Erklärung nicht auf die Gründe für den Rücktritt ein. Experten werteten das Ausscheiden von Petraeus so kurz nach Obamas Wiederwahl als einen schweren Schlag für den Präsidenten. Petraeus war auch als Kandidat für ein Ministeramt in der neuen Regierung gehandelt worden. Als kommissarischer Nachfolger bei der CIA wurde Petraeus bisheriger Stellvertreter Michael Morell benannt.

"Nach über 37 Ehejahren habe ich ein extrem schlechtes Urteilsvermögen gezeigt, indem ich eine außereheliche Beziehung unterhielt", schrieb der General an seine Mitarbeiter. "Ein solches Verhalten ist nicht zu rechtfertigen, weder als Ehemann noch als der Leiter einer Organisation wie unserer."

Petraeus gilt als Amerikas berühmtester lebender General. Er hatte im Irakkrieg die 101. Luftlandedivision nach Bagdad geführt und die US-Truppen im Irak befehligt. Später übernahm er das Oberkommando in Afghanistan. Seine Ernennung zum CIA-Chef im September 2011 wurde auch von den Republikanern unterstützt.

"David Petraeus hat den USA über Jahrzehnten außerordentliche Dienste geleistet", hieß es in Obamas Erklärung. Petraeus habe den US-Streitkräften geholfen, sich neuen Herausforderungen anzupassen, die Männer und Frauen in Uniform durch die Kriege im Irak und in Afghanistan geführt und dazu beigetragen, beide Einsätze "auf den Weg zu einem verantwortungsvollen Ende" zu führen.

Bei der CIA habe Petraeus dann weiter mit "charakteristischer intellektueller Präzision, mit Hingabe und Patriotismus" gedient, fuhr Obama fort. "David Petraeus hat unser Land sicherer gemacht."

Petraeus sollte in der kommenden Woche vor einem Kongressausschuss über die Vorkommnisse in Bengasi aussagen. Nach dem Anschlag auf das US-Konsulat am 11. September in der libyschen Stadt hatte die CIA Präsident Obama angeblich unzutreffend über die Hintergründe des Attentats informiert.

Der Anschlag, bei dem der US-Botschafter und drei weitere Amerikaner getötet worden waren, war später zum Wahlkampfthema geworden. Der republikanische Präsidentschaftskandidat Mitt Romney warf Obama Fehleinschätzung und Irreführung im Fall Bengasi vor.

Nach dem Anschlag hatte die CIA Obama tagelang versichert, die Attacke sei aus einer spontanen Protestaktion erwachsen. Wie sich später herausstellte, handelte es sich aber um einen geplanten Terroranschlag von islamischen Extremisten am Jahrestag der Anschläge gegen die USA vom 11. September 2001. CIA-Kreise hatten sich damit gerechtfertigt, dass ihre Angaben zum damaligen Zeitpunkt dem Kenntnisstand entsprachen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

US-Präsident Barack Obama beharrt im Tauziehen mit den Republikanern um den Abbau des Haushaltsdefizits auf Steuererhöhungen für Reiche. In seiner ersten öffentlichen Rede nach seiner Wiederwahl versicherte Obama am Freitag zwar, dass er offen für neue Ideen sei.

09.11.2012

Die Verhandlungen über den EU-Haushalt 2013 sind zunächst gescheitert. Vertreter der 27 EU-Regierungen und Abgeordnete des Europaparlaments konnten sich am Freitagabend in Brüssel noch nicht auf das Budget einigen.

09.11.2012

Die Eskalation des Bürgerkrieges in Syrien treibt immer mehr Flüchtlinge ins Ausland. Allein seit Donnerstag verließen nach Angaben des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR rund 11 000 Menschen das Land.

09.11.2012
Anzeige