Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Bundesweit einmalig: Stuttgart ruft Feinstaub-Alarm aus
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Bundesweit einmalig: Stuttgart ruft Feinstaub-Alarm aus
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:18 11.12.2015
Der Plan für den Feinstaub-Alarm ist bundesweit einmalig. Quelle: Daniel Naupold/Archiv
Anzeige
Stuttgart

Als erste deutsche Großstadt setzt Stuttgart künftig auf Feinstaub-Alarm. Vom 11. Januar an wird die Bevölkerung über die Medien oder Infotafeln am Straßenrand informiert, wenn bei den Luftschadstoffen wie Feinstaub oder Stickstoff eine Überschreitung der Grenzwerte droht.

Dann sollen Fahrer freiwillig aufs Auto verzichten und auf den Nahverkehr umsteigen. Dies teilten der baden-württembergische Verkehrsminister Winfried Hermann und Stuttgarts Oberbürgermeister Fritz Kuhn (beide Grüne) am Freitag mit.

"Wir wollen ein Angebot machen, dass sich das Verhalten ändert", sagte Hermann. Drastische Maßnahmen wie Fahrverbote sieht das nun vorgestellte Konzept nicht vor. "Wir wollen sie vermeiden", sagte der Grünen-Politiker. Für Fahrverbote brauche es keine extra gesetzliche Grundlage. Aber: "Wenn man es machen will, braucht man eine politische Grundlage", betonte der Minister. Verbote würden frühestens ab dem Winter 2017/2018 ein Thema. Zunächst müssten mit dem Feinstaub-Alarm und den Appellen an die Bevölkerung Erfahrungen gesammelt und diese bewertet werden.

Hermann setzt zur Verringerung der Luftschadstoffe auf die blaue Umweltplakette. Diese gibt es bisher nicht, aber wenn es nach dem Minister geht, könnten künftig nur so gekennzeichnete Autos in der Innenstadt fahren. Dagegen sperre sich aber Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU), hieß es. Bekommen sollen die blaue Plakette Dieselfahrzeuge mit der Abgasnorm Euro 6 und Benziner mit Euro 3.

Feinstaub-Alarm soll die Stadt auslösen, wenn für mindestens zwei aufeinanderfolgende Tage vorhergesagt wird, dass der Luftaustausch in der Stuttgarter Kessellage eingeschränkt ist. An solchen Tagen steigt die Konzentration von Schadstoffen wie Feinstaub und Stickstoffdioxid stark an. Die Prognose erstellt der Deutsche Wetterdienst. Für die Nutzung von Bahnen und Bussen soll es zum Start Anreize geben.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) kritisierte die Pläne als bei weitem nicht ausreichend. Notwendig sei ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge, sagte DUH-Chef Jürgen Resch.

In Stuttgart ist an der Messstation Neckartor der EU-Feinstaub-Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft bisher regelmäßig überschritten worden. Erlaubt sind 35 Verstöße im Jahr. 2015 gab es bis 10. November 52 Verstöße. Bundesweit ist das Neckartor in diesem Jahr bislang die einzige Stelle, an der die Grenzwerte überschritten werden. Wegen hoher Feinstaub- und Stickstoffdioxidwerte laufen gegen Deutschland EU-Vertragsverletzungsverfahren.

Auch andere Großstädte haben Probleme mit Stickstoffdioxid - Frankfurt am Main oder Hamburg etwa. In Nordrhein-Westfalen wird ebenfalls regelmäßig vor Feinstaub gewarnt.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Kairo (dpa) - Der inhaftierte saudische Blogger Raif Badawi ist nach Angaben seiner Ehefrau in einen Hungerstreik getreten. Er habe den Hungerstreik am Dienstag begonnen, nachdem er in ein abgelegenes Gefängnis außerhalb der Stadt Dschidda im Westen Saudi-Arabiens verlegt worden sei, sagte Ensaf Haidar.

11.12.2015

Kremlchef Wladimir Putin hat den russischen Einheiten in Syrien die "sofortige Vernichtung" jeder Bedrohung und Provokation befohlen. "Ich ordne an, mit aller Härte zu handeln", sagte er bei einem Treffen mit führenden Militärs in Moskau.

11.12.2015

Es ist der schlimmste Gewaltausbruch in Bujumbura seit Beginn der Krise. Stundenlang hallen Gewehrsalven über Burundis Hauptstadt. Die Angst vor einer weiteren Eskalation der Lage wächst.

11.12.2015
Anzeige