Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Bundesregierung nennt Namibia-Massaker jetzt "Völkermord"
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Bundesregierung nennt Namibia-Massaker jetzt "Völkermord"
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:33 10.07.2015
Gedenkstein für die Opfer der deutschen Kolonialherrschaft im heutigen Namibia auf dem Garnisonsfriedhof in Berlin. Quelle: Stephanie Pilick
Anzeige
Berlin

Dort waren zwischen 1904 und 1908, als Deutschland noch Kolonialmacht war, Zehntausende Herero und Nama von kaiserlichen Truppen ermordet worden. Die Kolonialherrschaft ging vor fast genau 100 Jahren am 9. Juli 1915 zu Ende.

Nach Angaben des Auswärtigen Amts gilt für die Bundesregierung nun der Satz: "Der Vernichtungskrieg in Namibia von 1904 bis 1908 war ein Kriegsverbrechen und Völkermord." Diese Formulierung stammt aus einem Antrag, den Außenminister Frank-Walter Steinmeier 2012 als SPD-Fraktionschef in den Bundestag eingebracht hatte. Der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Schäfer, sagte, dies sei "politische Leitlinie" und auch Grundlage für die laufenden Gespräche mit Namibia.

Der Ministeriumssprecher ließ offen, ob es auch eine förmliche deutsche Entschuldigung geben wird. Die Bundesregierung bekenne sich aber ausdrücklich zur "besonderen historischen Verantwortung Deutschlands gegenüber Namibia und seinen Bürgern". Zum Stand der Verhandlungen sagte er: "Die Gespräche laufen sehr konstruktiv und sind gut vorangekommen, aber noch nicht abgeschlossen." Darin geht es neben der Frage der Anerkennung auch um finanzielle Entschädigung.

Die Debatte über das Verhalten der Deutschen in Namibia war durch den 100. Jahrestag des Genozids an den Armeniern im Osmanischen Reich neu entfacht worden, der im April begangen wurde. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) hatte diese Woche bereits in der Wochenzeitung "Die Zeit" geschrieben: "An den heutigen Maßstäben des Völkerrechts gemessen war die Niederschlagung des Herero-Aufstands ein Völkermord."

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Altkanzler Helmut Kohl (CDU) darf die Tonbänder mit seinen Lebenserinnerungen behalten. Das hat der Bundesgerichtshof (BGH) am Freitag entschieden (Az.: V ZR 206/14).

10.07.2015

Im Streit über die Neuordnung der Bund-Länder-Finanzen bemühen sich die Ministerpräsidenten um eine Einigung. Die Regierungschefs der Länder kamen in Berlin zu einem Sondertreffen zusammen, um Möglichkeiten für eine gemeinsame Linie auszuloten.

10.07.2015

Mit diesem Aufeinandertreffen hätte wohl keiner so bald gerechnet. Der YouTube-Star Florian Mundt, alias LeFloid, interviewt heute Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

10.07.2015
Anzeige