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Deutschland/Welt Bundesbank hält an Sarrazin vorerst fest
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Bundesbank hält an Sarrazin vorerst fest
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17:18 30.08.2010
Thilo Sarrazin: „Ich sehe mich durch die Meinungsfreiheit in Deutschland gedeckt.“ Quelle: dpa
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Die Bundesbank verzichtet vorerst auf einen Antrag auf Entlassung ihres Vorstandsmitglieds Thilo Sarrazin. Sie erklärte am Montagnachmittag, sie distanziere sich „entschieden von den diskriminierenden Äußerungen“ Sarrazins. Er habe sich mehrfach und nachhaltig provokant geäußert, insbesondere zu Themen der Migration. Sarrazin gebe darin nicht die Ansichten der Deutschen Bundesbank wieder. Der Bundesbankvorstand werde nun „unverzüglich“ ein Gespräch mit Sarrazin führen, ihn anhören und „zeitnah“ über weitere Schritte entscheiden, teilte die Bundesbank mit.

Sarrazin argumentiert in seinem am Montag veröffentlichten neuen Buch unter anderem, dass die Gesamtbevölkerung in Deutschland durch den relativen Kinderreichtum schlecht gebildeter muslimischer Zuwanderer im Schnitt tendenziell dümmer werde. Für weiteren Wirbel sorgten Aussagen von Sarrazin in der „Welt am Sonntag“ über die Gene von Juden und die angeblichen Integrationsprobleme von Muslimen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel und FDP-Generalsekretär Christian Lindner hatten „Konsequenzen“ von der Bundesbank gefordert. Auch die Bundesregierung sieht die Bundesbank am Zuge. Sie sehe das nationale und internationale Ansehen der Bundesbank durch die Äußerungen Sarrazins beeinträchtigt, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert. Sarrazin selbst sieht keinen Anlass, aus dem Bundesbank-Vorstand zurückzutreten. „Ich sehe mich durch die Meinungsfreiheit in Deutschland gedeckt“, sagte er.

dpa/afp

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Distanzierung, aber vorerst kein Abwahlantrag: Die Bundesbank will vorerst an ihrem Vorstandsmitglied Thilo Sarrazin festhalten. Man werde wegen dessen umstrittener Thesen zur Integration von Muslimen ein Gespräch führen. Über weitere Schritte solle "zeitnah" entschieden werden.

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