Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Deutschland/Welt Bundesanwaltschaft erhebt Anklage wegen NSU-Verbrechen
Nachrichten Politik Deutschland/Welt Bundesanwaltschaft erhebt Anklage wegen NSU-Verbrechen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:05 08.11.2012
Die Bundesanwaltschaft hat Anklage gegen die mutmaßliche Rechtsterroristin Beate Zschäpe (hier mit ihrem Komplizen Uwe Böhnhardt) und vier Unterstützer der Zwickauer Terrorzelle erhoben. Quelle: dpa
Anzeige
Mücnhen

Wegen der Neonazi-Mordserie hat die Bundesanwaltschaft Anklage gegen Beate Zschäpe und weitere Beschuldigte erhoben. Das teilte das Oberlandesgericht (OLG) München, wo der Prozess stattfinden soll, am Donnerstag mit.

Nähere Angaben machte das Gericht zunächst nicht. So blieb etwa auch offen, wieviele weitere Verdächtige neben Zschäpe im Zusammenhang mit der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) vor Gericht gestellt werden sollen.

Der NSU werden die Morde an neun Migranten und einer Polizistin zugeschrieben. Dem OLG zufolge wird die Anklageschrift den Verteidigern nun in den nächsten Tagen zugestellt. Zugleich werde den Anwälten Gelegenheit gegeben, innerhalb einer vom Vorsitzenden des OLG-Senats zu bestimmenden Frist Erklärungen abzugeben.

"Weitere Auskünfte, insbesondere zu dem den Angeschuldigten zur Last gelegten Sachverhalt, werden derzeit nicht erteilt", hieß es in der Mitteilung des OLG München.

Der NSU hatte jahrelang von den Behörden unbehelligt agieren können und war erst vor gut einem Jahr aufgeflogen. Am 4. November 2011 hatten sich zwei der Mitglieder, Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt, nach einem Banküberfall in Eisenach erschossen. Zschäpe soll am selben Tag die Wohnung des Trios in Zwickau angezündet haben, am 8. November 2011 stellte sie sich der Polizei.

Das Trio wird nach früheren Angaben der Bundesanwaltschaft für neun Morde an türkischen und griechischen Migranten zwischen 2000 und 2006 sowie den Mord an einer Polizistin 2007 in Heilbronn verantwortlich gemacht. Zudem soll es zwei Bombenanschläge 2001 und 2004 in Köln verübt haben, bei denen insgesamt 23 Menschen verletzt wurden.

Im Zusammenhang mit der Verbrechensserie sitzt neben Zschäpe derzeit noch der frühere NPD-Funktionär Ralf Wohlleben in U-Haft. Weitere vier Verdächtige, die als mutmaßliche NSU-Unterstützer festgenommen worden waren, wurden zwischenzeitlich wieder auf freien Fuß gesetzt. Medienberichten zufolge soll sich die nun erhobene Anklage gegen Zschäpe und vier weitere Beschuldigte richten.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!
Anzeige