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Verdi-Chef Frank Bsirske beim Bundeskongress in Leipzig. Neue Kita-Streiks lassen sich nur vermeiden, wenn die kommunalen Arbeitgeber zu Verbesserungen bereit seien.

Verdi-Chef Frank Bsirske beim Bundeskongress in Leipzig. Neue Kita-Streiks lassen sich nur vermeiden, wenn die kommunalen Arbeitgeber zu Verbesserungen bereit seien.© Jan Woitas

Gewerkschaften

Bsirske stimmt Verdi auf Eskalation bei Kitas ein

Verdi streikt in rekordverdächtigem Ausmaß - wie positioniert sich der Boss Bsirske, bevor er sich neu zur Wahl stellt? Er gibt sich kämpferisch - und droht Eltern von Kita-Kindern mit neuen Belastungen.

Leipzig. Verdi-Chef Frank Bsirske hat die Eltern bundesweit auf eine Eskalation des Kita-Tarifkonflikts mit neuen Streiks eingestimmt. Auch für alle anderen Bereiche des Dienstleistungssektors in Deutschland gab sich Bsirske auf dem Verdi-Bundeskongress in Leipzig kämpferisch. 

Derzeit bereite sich Verdi auf die Fortsetzung des Kita-Streiks ab Mitte Oktober vor, sagte Bsirske vor rund 1000 Delegierten. "Das wird eine massive Eskalation des Konflikts werden mit hohen Belastungen für alle Beteiligten, für Eltern, Arbeitgeber und für die Streikenden."

Vermeiden ließe sich das nur, wenn die kommunalen Arbeitgeber bei den Verhandlungen am 28. und 29. September zu Verbesserungen gegenüber der Schlichtung bereit seien. Verdi fordert eine generelle Aufwertung für alle Sozial- und Erziehungsberufe mit insgesamt 240 000 Beschäftigten und im Schnitt zehn Prozent mehr Gehalt. Zwischen 2 und 4,5 Prozent sahen die Schlichter vor. Die Gewerkschaftsmitglieder lehnte den von der Verdi-Führung unterstützten Schlichterspruch ab.

An diesem Dienstag stellt sich Bsirske den Delegierten für eine fünfte Amtszeit zur Wiederwahl. Trotz gemischter Bilanz gilt er als unangefochtene Integrationsfigur der Gewerkschaft, die rund 1000 Berufe vertritt.

2015 sei mit 1,5 Millionen Streiktagen bereits bisher das streikintensivste Jahr für Verdi seit der Gründung 2001 gewesen. "Verdi ist nach wie vor die Gewerkschaft mit den meisten Streiks." Der Grund sei das oft niedrige Lohnniveau und die Flucht der Dienstleistungs-Arbeitgeber aus der Tarifbindung. "Insbesondere in Dienstleistungsbranchen sind systematisch tariffreie Zonen geschaffen worden."

"Einmischung ist notwendig", rief Bsirske den Delegierten zu. So habe Verdi sich für den Mindestlohn, gegen prekäre Beschäftigung in der Energiepolitik und in vielen anderen Bereichen eingesetzt.

dpa


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