Navigation:

Am Frankfurter Flughafen ist die Bundespolizei mit Maschinenpistolen im Einsatz.© dpa

Anschläge

Brüssel-Terror: Sicherheit massiv verschärft

Nach den Bombenanschlägen in Brüssel haben die Behörden am Dienstag europaweit die Sicherheitsmaßnahmen drastisch verschärft.

Brüssel. In Deutschland wurden nach Angaben der Bundespolizei die Kontrollen an Flughäfen und Bahnhöfen sowie an der deutsch-belgischen Grenze verstärkt. Die Deutsche Bahn stoppte vorerst ihren Fernverkehr nach Brüssel. In der belgischen Hauptstadt fielen Züge und hunderte Flüge aus, was zu einem Verkehrschaos im ganzen Land führte. Schon kurz nach den Anschlägen am Morgen in Brüssel mit über 30 Toten und mehr als 200 Verletzten wurde an Deutschlands größtem Flughafen in Frankfurt am Main die Sicherheit verschärft.

Bundesweite Kontrollen

Später teilte die Bundespolizei mit, dass die Kontrollen an Flughäfen und Bahnhöfen bundesweit verstärkt worden seien. Die Deutsche Bahn stoppte ihren Fernverkehr nach Brüssel und erklärte, die Tickets würden erstattet. Betroffen waren zunächst die für Dienstag geplanten drei ICE-Verbindungen von Köln über Aachen nach Brüssel und zurück, wie ein Unternehmenssprecher sagte. Die Züge fuhren demnach nur bis Aachen und sollten dann wieder umkehren. Wann die Züge wieder planmäßig fahren sollten, war zunächst unklar.

Verkehr bricht zusammen

In Brüssel selbst kam der Verkehr zum Erliegen: Der Flughafen Zaventem, an dem sich zwei der Explosionen ereignet hatten, sollte noch bis Mittwochmorgen 06.00 Uhr geschlossen bleiben, wie der Airport erklärte. Durch die Schließung des Flughafens wurden mehr als 500 Starts und Landungen gestrichen oder umgeleitet, was den Flugverkehr mit anderen europäischen Städten lahmlegte. Der öffentliche Nahverkehr in Brüssel wurde ebenfalls gestoppt. Die Bahnhöfe wurden geschlossen, sollten aber im Laufe des Dienstagnachmittags wieder öffnen, um Berufstätigen den Heimweg zu ermöglichen.

Auch Eurostar  gestoppt

Auch der Verkehr mit den internationalen Thalys-Schnellzügen wurde in Belgien am späten Vormittag eingestellt. Züge, die bereits unterwegs waren, mussten umkehren. Für den Dienstagabend kündigte das Unternehmen indes wieder zwei Verbindungen zwischen Paris und Brüssel und wieder zurück an. Eingestellt wurde auch der Verkehr der Eurostar-Züge zwischen London und Brüssel. Züge, die schon unterwegs waren, wurden dem Unternehmen zufolge im nordfranzösischen Lille gestoppt. Normalerweise fahren täglich etwa zehn Eurostar-Züge von London nach Brüssel und zurück.

Mehr Polizei im Einsatz

"Unsere Gedanken sind bei allen, die von den Ereignissen betroffen sind", erklärte Eurostar. In Frankreich und Großbritannien wurden die Sicherheitsvorkehrungen ebenfalls umgehend ausgeweitet. Vor allem in Paris, wo bei islamistischen Anschlägen im November 130 Menschen getötet worden waren, wurde die Polizeipräsenz an Flughäfen, Bahnhöfen und im öffentlichen Nahverkehr noch einmal deutlich verstärkt. Der französische Innenminister Bernard Cazeneuve kündigte an, dass 1600 zusätzliche Beamte an die Grenzen sowie an Verkehrsknotenpunkte geschickt würden.

Krisensitzungen einberufen

Am Pariser Flughafen Charles de Gaulle wurden die Kontrollen an allen Terminals und an den beiden Bahnhöfen des Hauptstadtflughafens verstärkt. Laut Cazeneuve sollten nur noch Reisende mit Tickets und Ausweispapieren Zugang zu öffentlichen Verkehrsmitteln erhalten. Zusätzliche Polizeipatrouillen kamen auch in London an Flughäfen und strategisch wichtigen Orten zum Einsatz. Der britische Premierminister David Cameron berief ebenso wie Frankreichs Präsident François Hollande eine Krisensitzung seines Kabinetts ein.

In den Niederlanden, Dänemark, Spanien, Italien und Portugal sowie in Tschechien, Bulgarien und Russland wurden ebenfalls die Sicherheitsvorkehrungen an Flughäfen, Bahnhöfen oder Grenzübergängen verschärft. Die Anschläge sendeten auch Schockwellen über den Atlantik: Die New Yorker Polizei kündigte an, als "Vorsichtsmaßnahme" und zur "Beruhigung der Öffentlichkeit" die Sicherheitsvorkehrungen zu erhöhen. Washington verstärkte seine Beamtenpräsenz in der U-Bahn.


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Die Bahn verspricht, pünktlicher zu werden - schafft sie das?

Alles über Hannover 96

Spielberichte, Hintergründe, Analysen - lesen Sie hier alles über Hannover 96.

Bilder des Tages

../dpa-InfoLine_rs-images/large/urn-newsml-dpa-com-20090101-140912-99-04060_large_4_3.jpg

Waschtag: Ein niederländischer Kavallerist wäscht zum «Prinsjesdag» den Schweif seines Pferdes. Foto: Martijn Beekman

zur Galerie